Assoziation zwischen Risikofaktorkontrolle und AMI bei jungen KHK-Patienten

Assoziation zwischen der Kontrolle kardiovaskulärer Risikofaktoren und akutem Myokardinfarkt bei jungen, erneut hospitalisierten Patienten mit koronarer Herzkrankheit

Koronare Herzkrankheiten (KHK) stellen ein globales Gesundheitsproblem dar, das zunehmend jüngere Bevölkerungsgruppen betrifft. Die Kontrolle modifizierbarer kardiovaskulärer Risikofaktoren spielt eine entscheidende Rolle bei der Reduktion des Risikos für nachfolgende akute Myokardinfarkte (AMI) bei Patienten mit bestehender KHK. Diese Studie untersuchte die Kontrolle kardiovaskulärer Risikofaktoren und deren Zusammenhang mit AMI bei jungen Patienten (18–44 Jahre), die nach vorangegangener KHK erneut hospitalisiert wurden.

Methodik
Die Studie wurde am Beijing Anzhen Hospital (China) durchgeführt. Daten von 2599 jungen Patienten (18–44 Jahre), die zwischen 2007 und 2017 erneut hospitalisiert wurden, wurden analysiert. Ausgeschlossen wurden Patienten mit Herztransplantation, angeborenen Herzfehlern, Autoimmunerkrankungen oder unvollständigen Laborwerten. Die Risikofaktorkontrolle orientierte sich an chinesischen Leitlinien: Blutdruck (BP) <140/90 mmHg (<130/80 mmHg bei Diabetes), HbA1c <7,0 % bei Diabetes, LDL-Cholesterin (LDL-C) <1,8 mmol/L, Nikotinabstinenz sowie BMI <24 kg/m². AMI wurde mittels ICD-10-Code I25.2 identifiziert.

Ergebnisse
Von 2599 Patienten (95,3 % Männer) erlitten 406 (15,6 %) einen AMI. Übergewicht/Adipositas (83,4 %), Rauchen (60,5 %) und Hypertonie (44,6 %) waren die häufigsten Risikofaktoren. Bei hypertensiven Patienten erreichten 56,0 % eine BP-Kontrolle; bei Diabetikern lag der HbA1c-Zielwert bei 34,8 %. LDL-C wurde nur bei 21,3 % kontrolliert. Frauen wiesen höhere Abstinenzraten (95,1 % vs. 36,7 %) und häufiger normalen BMI (45,9 % vs. 15,2 %) auf als Männer. Patienten im Alter von 18–34 Jahren zeigten die niedrigste Diabetesprävalenz (13,9 %) und die höchste AMI-Rate (24,2 % vs. 14,5 % bei 40–44-Jährigen). AMI-Patienten hatten niedrigere LDL-C-Kontrollraten (11,8 % vs. 23,1 %) und seltener Nikotinabstinenz (29,3 % vs. 41,4 %). In der logistischen Regression waren Alter (OR = 0,80; 95 %-KI: 0,69–0,93), LDL-C-Kontrolle (OR = 0,48; 95 %-KI: 0,35–0,66) und Nikotinabstinenz (OR = 0,59; 95 %-KI: 0,47–0,76) signifikant mit AMI assoziiert.

Diskussion
Die Studie unterstreicht die unzureichende Kontrolle modifizierbarer Risikofaktoren bei jungen KHK-Patienten in China. LDL-C-Kontrolle und Rauchverzicht waren die stärksten Prädiktoren für AMI. Die LDL-C-Kontrollrate (21,3 %) lag unter internationalen Vergleichswerten (26,86 % in DYSIS-China; 25,6 % in Europa). Die BP-Kontrolle (56,0 %) entsprach hingegen globalen Trends (59 % im CLARIFY-Register). Der hohe Anteil junger Männer mit Adipositas und Raucherstatus spiegelt geschlechtsspezifische Risikoprofile wider.

Schlussfolgerung
Unkontrollierte Dyslipidämie und Rauchen tragen maßgeblich zur hohen AMI-Rezidivrate bei jungen KHK-Patienten bei. Verbesserte LDL-C-Senkung und strukturierte Raucherprävention sind entscheidend, um die Prognose dieser Population zu optimieren.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000002173

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