Auswirkungen meteorologischer Faktoren auf tägliche ambulante Besuche bei Hauterkrankungen: Eine Zeitreihenstudie in einer chinesischen Bevölkerung
Die Beziehung zwischen meteorologischen Faktoren und Gesundheitsoutcomes hat in den letzten Jahren zunehmendes Interesse geweckt. Während frühere Studien den Einfluss von Wetterbedingungen auf spezifische Krankheiten untersucht haben, existieren nur begrenzte systematische Analysen zur Wirkung meteorologischer Faktoren auf breite Krankheitskategorien, insbesondere Hauterkrankungen. Ziel dieser Studie war es, die kurzfristigen Auswirkungen meteorologischer Faktoren auf die Anzahl täglicher ambulanter Besuche aufgrund von Hauterkrankungen in einer chinesischen Bevölkerung zu untersuchen.
Methoden
Die Daten stammen vom Affiliated Hospital of Guizhou Medical University in Guiyang, China, und umfassten den Zeitraum vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2016 (1096 Tage). Es wurden tägliche ambulante Besuche aufgrund von Hauterkrankungen erfasst, wobei Notfallbesuche ausgeschlossen wurden. Die Diagnosen wurden gemäß ICD-10 kodiert. Mehrfachbesuche am selben Tag wurden über Patienten-IDs identifiziert und ausgeschlossen. Meteorologische Daten (Temperatur, Luftdruck, relative Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, Sonnenstunden) wurden vom Meteorologischen Informationszentrum Guiyang bezogen. Luftschadstoffdaten (PM2,5, PM10, SO2, NO2, CO, O3) stammten vom Umweltüberwachungszentrum Guiyang.
Generaliserte additive Modelle (GAMs) wurden verwendet, um den relativen Risikoanstieg pro 10 Einheiten der meteorologischen Hauptfaktoren zu schätzen. Die Modelle kontrollierten langfristige Zeittrends, Saisonmuster, Feiertage und Wochentage mittels Regressions-Spline-Funktionen. Die Freiheitsgrade (df) für Zeittrends wurden anhand partieller Autokorrelationsfunktionen (PACF) und des Akaike-Informationskriteriums (AIC) optimiert. Die Analysen erfolgten in R 3.3.3 mit dem „mgcv“-Paket.
Ergebnisse
Die durchschnittliche Anzahl täglicher ambulanter Besuche betrug 143,0, wobei Erwachsene (18–64 Jahre) mit 96,9 Besuchen/Tag die Mehrheit ausmachten. Geschlechtsspezifisch zeigten Frauen höhere Besuchszahlen (79,1 vs. 63,9 bei Männern). Alle Indikatoren waren in der Warmzeit höher als in der Kühlzeit.
In Einzeltag-Lag-Strukturen zeigten sich signifikante Assoziationen für Temperatur (Lag 0), Windgeschwindigkeit (Lag 4–6) und Sonnenstunden (Lag 2–4). Bei Mehr-Tages-Lags (z. B. Lag 01–06) verstärkten sich die Effekte. Temperatur zeigte einen positiven linearen Zusammenhang oberhalb von 10°C und einen negativen unterhalb dieses Schwellenwerts. Relative Luftfeuchtigkeit korrelierte negativ mit Besuchszahlen.
Altersspezifisch waren ältere Patienten (≥65 Jahre) stärker temperaturabhängig. Kinder/Jugendliche (7–17 Jahre) reagierten signifikant auf alle Faktoren außer Luftdruck. Frauen waren vulnerabler gegenüber allen meteorologischen Faktoren, während Männer nur für Temperatur, Wind und Sonnenstunden signifikante Assoziationen aufwiesen.
Saisonal bestanden positive Zusammenhänge mit Temperatur, Wind und Sonne in der Warmzeit, jedoch ein negativer Temperatur-Bezug in der Kühlzeit. Sensitivitätsanalysen bestätigten die Robustheit der Ergebnisse nach Adjustierung für Luftschadstoffe.
Diskussion
Die Studie zeigt, dass meteorologische Faktoren, insbesondere Temperatur und Windgeschwindigkeit, signifikante Auswirkungen auf Hauterkrankungen haben. Der positive Windeffekt könnte auf luftgetragene Allergene wie Pollen zurückzuführen sein. Der nicht-lineare Temperatur-Bezug unterstreicht die spezifische Reaktion des Hautsystems im Vergleich zu kardiovaskulären Erkrankungen. Limitationen umfassen fehlende Daten zu Medikation, individuellen Gewohnheiten und Niederschlag.
Fazit
Diese Studie liefert Evidenz dafür, dass meteorologische Faktoren die Inanspruchnahme ambulanter Versorgung bei Hauterkrankungen signifikant beeinflussen. Weitere Forschung zur Quantifizierung der Effektstärken und mechanismspezifischen Pfade ist erforderlich.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001290