Auswirkungen von ozonisiertem Wasser auf die normale vaginale Mikroökologie und Lactobacillus

Auswirkungen von ozonisiertem Wasser auf die normale vaginale Mikroökologie und Lactobacillus

Die weibliche Vagina bildet ein komplexes mikroökologisches System, das bei gesunden Frauen üblicherweise von H2O2-produzierenden Lactobacillus-Arten dominiert wird. Diese Bakterien wandeln Glykogen aus vaginalen Epithelzellen in Milchsäure um und erhalten so das saure Milieu der Vagina. Die Dominanz von Lactobacillus ist entscheidend für die vaginale Gesundheit, da Störungen zu Infektionen führen können. Konventionelle Behandlungen von Vaginitis beruhen auf Antibiotika, die jedoch viele Lactobacillus-Stämme schädigen. Ozon, ein reaktives Sauerstoffmolekül, wird zunehmend als antimikrobielle Therapie erforscht. Dieses Verfahren nutzt ozonisiertes Wasser zur vaginalen Lavage, um Pathogene zu eliminieren. Die Auswirkungen dieser Behandlung auf die vaginale Mikroökologie und Lactobacillus waren jedoch unklar.

Methodik
In der Studie wurden 30 gesunde Frauen (18–50 Jahre) ohne vaginale Infektionen aus der gynäkologischen Klinik des Peking Tsinghua Changgung Krankenhauses (April 2016–Oktober 2016) rekrutiert. Einschlusskriterien umfassten Nicht-Schwangerschaft, fehlende Antibiotika-Anwendung in den letzten zwei Wochen und sexuelle Abstinenz ≥3 Tage vor Studienbeginn. Die vaginale Lavage erfolgte mit 80 mg/L ozonisiertem Wasser (Medizingerät XYK-6000D, Zhuhai Xinyike Medical Technology Co., Ltd.) über drei aufeinanderfolgende Tage (5 Minuten/Tag). Vaginalabstriche wurden vor der ersten Lavage sowie 1., 2. und 3. Woche post-Therapie entnommen. Die Proben wurden mittels Gram-Färbung, 16S-rDNA-Sequenzierung (Illumina MiSeq) und mikrobiologischen Scores (AV-Score, Nugent-Score, Lactobacillus-Graden) analysiert.

Ergebnisse
Von 30 Teilnehmerinnen absolvierten 29 alle Follow-ups. Es zeigten sich keine signifikanten Veränderungen der vaginalen Mikroökologie (AV-Score: p >0,05; Nugent-Score: Median 0–1; Mikrobielle Dichte/Diversität: stabil bei +++/++). Die dominante Flora blieb unverändert: Lactobacillus iners (40,3 %–44,8 %), L. crispatus (17,9 %–19,5 %), L. jensenii (8,7 %–10,1 %). Die Lactobacillus-Grade (I: 96,6 %–100 %), Leukozytenzahl (0–1/HPF) und Hyphen zeigten keine klinisch relevanten Abweichungen. Korrelationskoeffizienten (|r| <0,2) bestätigten die Stabilität des Mikrobioms.

Diskussion
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ozonisierte Lavage die Dominanz von Lactobacillus und das mikroökologische Gleichgewicht nicht beeinträchtigt. Dies steht im Einklang mit der Hypothese, dass Ozon selektiv pathogene Keime eliminiert, während kommensale Bakterien geschützt bleiben. Der oxidative Mechanismus des Ozons (Zerstörung von Zellmembranen, DNA-Schädigung) könnte erklären, warum grampositive Lactobacillus-Arten aufgrund ihrer dicken Peptidoglykanschicht weniger anfällig sind. Die Studie liefert damit erstmals klinische Evidenz für die Sicherheit ozonisierter Lavage bei der Vaginitis-Behandlung. Limitationen umfassen die kleine Stichprobe und fehlende Langzeitdaten.

Schlussfolgerung
Ozonisiertes Wasser stellt eine vielversprechende Therapieoption dar, die pathogene Erreger effektiv reduziert, ohne das physiologische Vaginalmilieu zu destabilisieren. Weitere In-vivo- und In-vitro-Studien sind notwendig, um die zugrundeliegenden Mechanismen und langfristigen Auswirkungen zu validieren.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000216

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