Baseline Linksventrikuläre Ejektionsfraktion assoziiert mit Symptomverbesserungen unter Metoprolol-Therapie bei Kindern und Jugendlichen mit posturalem Tachykardiesyndrom
Das posturale Tachykardiesyndrom (POTS) ist eine häufige Form der orthostatischen Intoleranz, gekennzeichnet durch exzessive orthostatische Tachykardie. Es betrifft vorwiegend ältere Kinder und Jugendliche mit einer Inzidenz von etwa 6,80 % in dieser Population. POTS beeinträchtigt signifikant die physische Gesundheit, psychische Belastbarkeit und Lebensqualität. Typische Auslöser sind schnelle Positionswechsel von liegend zu aufrecht oder langes Stehen, was Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen, Palpitationen und Synkopen verursacht. Die Diagnose erfordert einen Herzfrequenzanstieg ≥40 Schlägen/min oder eine maximale Herzfrequenz ≥130 Schlägen/min (6–12 Jahre) bzw. ≥125 Schlägen/min (13–18 Jahre) innerhalb der ersten 10 Minuten eines Stand- oder Kipptischtests ohne orthostatische Hypotonie.
Beta-Blocker wie Metoprolol stellen eine zentrale Therapieoption dar, jedoch zeigen nur 57,10–57,89 % der Patienten eine Symptombesserung. Bisherige Prädiktoren wie Noradrenalinspiegel oder Herzfrequenzvariabilität sind invasiv oder aufwendig. Linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) und Verkürzungsfraktion (LVFS) könnten als nicht-invasive Parameter den Therapieerfolg vorhersagen, da sie sympathikotone Aktivität widerspiegeln.
In dieser retrospektiven Studie an 51 POTS-Patienten der Ersten Universitätsklinik Peking (November 2010–Juli 2019) wurden prätherapeutische LVEF- und LVFS-Werte mit dem Therapieansprechen nach dreimonatiger Metoprolol-Gabe korreliert. Responder (Symptomscore-Reduktion ≥2 Punkte) wiesen signifikant höhere Ausgangs-LVEF (71,09 % ± 4,44 % vs. 67,17 % ± 4,88 %; t = -2,789, p = 0,008) und LVFS (40,00 [38,00–42,00] % vs. 36,79 % ± 4,11 %; Z = -2,542, p = 0,010) auf als Non-Responder.
Multivariable Analysen zeigten, dass jeder 1 %-Anstieg der LVEF die Ansprechwahrscheinlichkeit um 21 % erhöhte (OR 1,201; 95 %-KI 1,039–1,387; p = 0,013). Diese Befunde stützen die Hypothese, dass sympathische Hyperaktivität – messbar über LVEF – sowohl pathophysiologisch als auch therapeutisch bei POTS relevant ist.
Limitationen umfassen retrospektives Design, kleine Stichprobe und fehlende Volumenmessungen. Zukünftige multizentrische Studien sollten die Validität dieser nicht-invasiven Prädiktoren bestätigen. Die prätherapeutische LVEF-Bestimmung könnte helfen, Metoprolol-Responder frühzeitig zu identifizieren und personalisierte Therapieansätze zu optimieren.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001698