Behandlung von Lebermetastasen bei Patientinnen mit epithelialem Ovarialkarzinom

Behandlung von Lebermetastasen bei Patientinnen mit epithelialem Ovarialkarzinom

Lebermetastasen (LM) stellen eine bedeutende Herausforderung in der Behandlung des epithelialen Ovarialkarzinoms (EOC) dar, da die Leber eines der häufigsten Zielorgane für metastatische Tumoren ist. Metastatische Lebertumoren sind etwa 18- bis 40-mal häufiger als primäre Lebertumoren. In China werden jährlich rund 50.000 neue Fälle von Ovarialkarzinom diagnostiziert, mit einer Mortalitätsrate von etwa 40 %. Die Behandlung von LM bei malignen Tumoren umfasst chirurgische und nicht-chirurgische Ansätze. Nicht-chirurgische Therapien bestehen vorwiegend aus systemischer Chemotherapie, Radiofrequenzablation (RFA) und transarterieller Chemoembolisation (TACE).

Diese Studie analysierte retrospektiv die Wirksamkeit und Prognose von Lebermetastasen bei 43 EOC-Patientinnen, die zwischen Januar 2013 und Juli 2018 am Peking Universität Volkskrankenhaus behandelt wurden. Alle Patientinnen wurden bis Juni 2019 oder bis zum Verlust der Nachbeobachtung nachverfolgt. Die medizinethische Kommission des Krankenhauses genehmigte die Studie (Nr. 2019-105).

Oligometastasen wurden als ≤5 Lebermetastasen definiert, nicht-oligometastatische Erkrankungen als >5 Metastasen. LM, die bei Diagnose des Primärtumors oder präoperativ entdeckt wurden, galten als simultan; postoperativ diagnostizierte LM als metachron.

Die Datenanalyse erfolgte mit IBM SPSS Statistics 22.0. Die Kaplan-Meier-Methode wurde zur Berechnung der Überlebenskurven genutzt, gefolgt von univariaten Analysen. Statistische signifikante Faktoren wurden mittels Cox-Regression auf unabhängige prognostische Faktoren für das Gesamtüberleben (OS) untersucht. Ein p-Wert <0,05 galt als signifikant.

Tabelle 1 fasst die klinischen Daten der 43 Patientinnen zusammen (mittleres Alter: 54 Jahre). Drei Patientinnen hatten LM im linken Leberlappen, 35 im rechten Lappen und fünf bilobuläre Metastasen. Die durchschnittliche Metastasengröße betrug 2,7 ± 1,2 cm (Spanne: 1,0–5,3 cm).

Von 17 Patientinnen mit synchronen LM erhielten 14 (82,4 %) eine lokale Resektion und drei (17,6 %) RFA. Unter 26 Patientinnen mit metachronen LM wurden 13 (50,0 %) hepatektomiert, 11 (42,3 %) mittels RFA und zwei (7,7 %) mittels TACE behandelt.

Das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 11 Monaten, die 5-Jahres-OS-Rate bei 36,5 % und das mediane OS bei 24,6 Monaten. Signifikante Überlebensunterschiede zeigten sich zwischen Oligo- und Nicht-Oligometastasen (p=0,033) sowie bei einer Metastasengröße >3 cm (p=0,038). Die OS-Zeiten variierten signifikant zwischen den Therapieverfahren: 28,6 Monate (Hepatektomie), 19,3 Monate (RFA) und 9,5 Monate (TACE) (p=0,026). Keine Unterschiede fanden sich hinsichtlich Alter, Pathologietyp, Metastasenzeitpunkt oder -lokalisation.

Fünf Patientinnen wurden auf BRCA-Mutationen getestet (drei Hepatektomie, zwei RFA). Die OS-Zeiten betrugen 29,4 bzw. 23,4 Monate, jedoch war eine statistische Analyse aufgrund der Fallzahl nicht möglich.

In der univariaten Analyse zeigten Residualtumorgröße, Tumorgrading, Anzahl und Größe der LM sowie das Therapieverfahren signifikante Einflüsse auf das OS. In der multivariaten Cox-Analyse erwiesen sich >5 LM, eine LM-Größe >3 cm und das Therapieverfahren als unabhängige prognostische Faktoren.

Etwa 75 % der EOC-Fälle werden im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, 12–33 % im Stadium IV. Eine frühzeitige Diagnose und standardisierte Therapie sind entscheidend. Hepatektomie zeigt die längsten Überlebenszeiten. Oligometastasen (≤5 LM) wurden bei 40 Patientinnen beobachtet; 27 erhielten Resektionen (OS: 28,6 Monate), 13 RFA (OS: 19,3 Monate).

Eine optimale Zytoreduktion ist bei fortgeschrittenem EOC prognoseentscheidend. In dieser Studie hatten 27 Patientinnen mit optimaler Zytoreduktion (inkl. Hepatektomie) ein OS von 25,5 Monaten versus 13,4 Monaten bei suboptimaler Reduktion. Dies unterstreicht den Überlebensvorteil der chirurgischen Resektion.

Für nicht-resektable LM kommen systemische Chemotherapie, RFA und TACE zum Einsatz. Eine Studie von Vogl berichtete bei 65 EOC-Patientinnen mit TACE-behandelten LM ein medianes OS von 14 Monaten. In dieser Studie betrug das OS nach RFA 19,3 Monate und nach TACE 9,5 Monate.

Nach Konversionstherapie (z. B. TACE plus Chemotherapie) können initial nicht-resektable LM resektabel werden. In dieser Studie erhielten zwei Patientinnen nach RFA eine Resektion (OS: 19 bzw. 23 Monate).

Basierend auf diesen Ergebnissen wurde ein Behandlungsalgorithmus etabliert:

  1. Resektable Gruppe: R0-Resektion zur kompletten Tumorentfernung.
  2. Potentiell resektable Gruppe: Konversionstherapie zur Ermöglichung späterer Resektion.
  3. Nicht-resektable Gruppe: Palliative Tumorkontrolle.

Zusammenfassend verbessert die chirurgische Resektion bei resektablen LM das Überleben signifikant. Nicht-chirurgische Verfahren sind v. a. bei inoperablen Patienten sinnvoll. Konversionstherapien können selektiven Patienten eine Resektion ermöglichen.

Einschränkungen: Retrospektives Design mit möglichen Verzerrungen, geringe Fallzahl bei BRCA-Tests und TACE-Behandelten. Weitere Studien sind erforderlich, um den Algorithmus zu validieren.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000001332

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