Bewertung der Behinderungsgewichte auf Provinz- und Stadtebene in Fujian

Bewertung der Behinderungsgewichte auf Provinz- und Stadtebene basierend auf 93.254 Teilnehmern in Fujian, China: Ergebnisse der Fujian Disability Weight Measurement Study

Behinderungsgewichte (Disability Weights, DWs) sind entscheidende Metriken zur Quantifizierung von Gesundheitsverlusten infolge nicht tödlicher Erkrankungen und ermöglichen die Berechnung von behinderungsadjustierten Lebensjahren (DALYs). Obwohl in China nationale und subnationale DWs veröffentlicht wurden, umfassten diese keine Daten aus der Provinz Fujian. Zudem bleibt unklar, ob DWs zwischen verschiedenen Städten variieren. Diese Studie schließt diese Lücken durch eine alternative Methode zur Messung von DWs auf Provinz- und Subprovinzebene in Fujian unter Verwendung eines nichtparametrischen Regressionsansatzes, ähnlich dem europäischer Erhebungen.

Es wurden DWs für 206 Gesundheitszustände untersucht, die bereits in einer früheren chinesischen Studie definiert wurden. Von Mai bis Juli 2020 wurde eine webbasierte Befragung unter 18- bis 69-jährigen Einwohnern Fujians durchgeführt. Der Fragebogen umfasste soziodemografische Angaben sowie 16 zufällig ausgewählte paarweise Vergleiche (PCs) der 206 Gesundheitszustände. Die Antworten wurden mittels Probit-Regression analysiert, und lokal gewichtete Regression (Loess) diente zur Skalierung der Koeffizienten auf den Bereich 0 bis 1. Die Koeffizienten wurden mit logit-transformierten DWs der Global Burden of Disease 2013 (GBD 2013)-Studie abgeglichen.

Insgesamt wurden 93.254 Teilnehmer einbezogen: 27.968 aus Quanzhou, 24.384 aus Fuzhou, 14.762 aus Xiamen und 26.140 aus anderen Städten. Die Stichprobe war überwiegend weiblich (63 %), jung (85 % unter 50 Jahren) und hochgebildet (65 % mit Hochschulabschluss). Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung Fujians waren die Teilnehmer jünger, gebildeter und häufiger weiblich – Merkmale, die mit denen aus GBD-, europäischen und japanischen Studien übereinstimmen.

Die Heatmap der PC-Antwortwahrscheinlichkeiten zeigte eine hohe Konsistenz zwischen allen 206 × 206 Vergleichen. Die Korrelationskoeffizienten der Probit-Koeffizienten waren in allen Subgruppen hoch: Geschlecht (r = 0,995), Altersgruppen (r = 0,982–0,995), Bildungsniveau (r = 0,987–0,995), Einkommen (r = 0,999) und Stadttyp (r = 1,000). Die niedrigste Korrelation bestand zwischen den Altersgruppen 18–29 und 50–69 Jahre (r = 0,982) sowie zwischen Teilnehmern mit und ohne Hochschulabschluss (r = 0,987).

Die geschätzten DWs für Fujian variierten zwischen 0,005 (leichte Sehbehinderung/Anämie) und 0,657 (schwere Opioidabhängigkeit). 88,3 % der DWs lagen unter 0,40. Auf Stadtebene wichen die DWs minimal: Der niedrigste Wert betrug 0,005–0,006, der höchste 0,642–0,669. In Xiamen wurde schwere Depression (0,654) höher gewichtet als Opioidabhängigkeit (0,652). Die Rangfolge der 10 schwersten und leichtesten Gesundheitszustände war zwischen den Städten konsistent.

Die Korrelation zwischen den an GBD 2013 angepassten Fujian-DWs und denen der Population Health Equivalence (PHE)-Methode lag bei 0,991. Die Differenzen zu den nationalen chinesischen DWs betrugen maximal ±0,100. Im Vergleich zu GBD 2013 lagen die DWs für schwere Alkoholstörungen (−0,258) und AIDS ohne Behandlung (−0,205) in Fujian niedriger, während substanzbezogene Störungen (z. B. +0,349 bei leichter Cannabisabhängigkeit) höhere Werte aufwiesen. Diese Unterschiede könnten auf die Unterrepräsentation asiatischer Populationen in GBD 2013 sowie methodische Abweichungen zurückzuführen sein.

Im Vergleich zu Japan zeigten sich kulturell bedingte Abweichungen: So wurde die dialysepflichtige Niereninsuffizienz in Fujian mit 0,598 vs. 0,278 (Japan) deutlich schwerer gewichtet, während invasive medizinische Eingriffe (−0,316) und Demenzzustände niedrigere DWs erhielten.

Die Studie legt nahe, dass Regionen mit ähnlicher Bevölkerungsgröße wie Fujian auf stratifizierte DWs-Erhebungen verzichten und synthetische Datensätze nutzen können. Limitationen ergeben sich aus der digitalen Erhebungsmethode, die möglicherweise jüngere und gebildetere Bevölkerungsgruppen überrepräsentierte. Dennoch liefert die Studie einen wichtigen empirischen Beitrag zur kulturellen Variabilität von DWs und unterstreicht die Notwendigkeit global diversifizierter Stichproben in zukünftigen GBD-Studien.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000002812

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