Bewertung der Pulmonalinsuffizienz bei Kindern mit korrigiertem Fallot-Tetralogie

Bewertung der Pulmonalinsuffizienz mittels verschiedener kardialer Magnetresonanztomographie-Indizes bei Kindern mit korrigiertem Fallot-Tetralogie

Die Fallot-Tetralogie (TOF) gehört zu den häufigsten angeborenen Herzfehlern. Durch Fortschritte in der chirurgischen Technik überleben die meisten Kinder die initiale Korrektur. Langzeituntersuchungen zeigen jedoch häufig residuelle hämodynamische und physiologische Auffälligkeiten. Dabei stellt die Pulmonalinsuffizienz (PI) die häufigste Komplikation dar und ist entscheidend für das Langzeitoutcome. Chronische PI kann zu rechtsventrikulärer (RV) Dilatation, eingeschränkter Belastbarkeit, ventrikulären Arrhythmien und plötzlichem Herztod führen. Eine exakte Quantifizierung der PI ist daher essenziell, um den Zeitpunkt für Interventionen wie den Pulmonalklappenersatz zu bestimmen.

Die kardiale Magnetresonanztomographie (CMR) gilt als Goldstandard zur Beurteilung der RV-Funktion und PI bei Patienten mit korrigierter TOF. Im Vergleich zur transthorakalen Echokardiografie ermöglicht die CMR präzise Volumenmessungen des irregular geformten RV. Zwei Hauptindizes werden zur Quantifizierung der PI verwendet: das indexierte Pulmonalinsuffizienzvolumen (PRVi) und die Pulmonalinsuffizienzfraktion (PRF). Obwohl beide Indizes etabliert sind, besteht Unklarheit, welcher Parameter die RV-Vorlast besser widerspiegelt.

In dieser retrospektiven Studie wurden PRVi und PRF bei 57 pädiatrischen TOF-Patienten verglichen, die zwischen 2008 und 2017 eine CMR-Untersuchung erhielten. Ausschlusskriterien umfassten vorherigen Klappenersatz, signifikante Klappenvitien oder Shunts. Die CMR-Untersuchungen erfolgten mit einem 1,5-T-Gerät, inklusive volumetrischer Analysen und 2D-Phasenkontrastsequenzen der A. pulmonalis. RV-Dilatation wurde anhand des indexierten enddiastolischen RV-Volumens (RVEDVi) klassifiziert: mild (110–140 ml/m²), moderat (141–170 ml/m²) und schwer (>170 ml/m²).

Die medianen PRVi- und PRF-Werte betrugen 27,09 ± 18,67 ml/Schlag/m² bzw. 32,98 ± 16,17%. Es zeigte sich eine starke Korrelation zwischen PRVi und PRF (r = 0,690), jedoch mit erheblicher interindividueller Variabilität. Beispielsweise entsprach eine PRF von 40% einem PRVi von 18 oder 38 ml/Schlag/m², während ein PRVi von 48 ml/Schlag/m² einer PRF-Spanne von 22–56% entsprach. PRVi korrelierte moderat mit RVEDVi (r = 0,400) und RVESVi (r = 0,327), während PRF keine signifikanten Zusammenhänge aufwies (r = 0,105 bzw. 0,081). Bei der Differenzierung von RV-Dilatationsgraden übertraf PRVi die PRF (AUC: 0,705 vs. 0,601). Ein PRVi-Cut-off von 37 ml/Schlag/m² zeigte eine Sensitivität von 0,615 und Spezifität von 0,818 für schwere RV-Dilatation.

Die Ergebnisse unterstreichen, dass PRVi im Vergleich zu PRF besser mit RV-Volumina assoziiert ist. Obwohl PRF traditionell für Entscheidungen zum Klappenersatz empfohlen wird, berücksichtigt dieser prozentuale Index nicht das absolute Regurgitationsvolumen. PRVi spiegelt hingegen direkt die Volumenbelastung des RV wider und eignet sich besonders bei signifikanter Dilatation. Zusätzlich sollte das RV/LV-Volumenverhältnis als ergänzender Parameter evaluiert werden.

Zusammenfassend sind PRVi und PRF zwar korreliert, aber nicht austauschbar. PRVi zeigt stärkere Zusammenhänge mit RV-Volumina und ermöglicht eine präzisere Graduierung der RV-Dilatation. Diese Studie unterstützt den Einsatz von PRVi als ergänzenden Index in der Nachsorge von TOF-Patienten, insbesondere bei fortgeschrittener RV-Erweiterung. Durch eine verbesserte Risikostratifizierung könnte PRVi die Entscheidungsfindung für Interventionen optimieren.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000154

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