Dermoskopische Hinweise auf ein Talgdrüsenkarzinom in Talgdrüsennaevus

Dermoskopische Hinweise auf ein Talgdrüsenkarzinom, das sich in einem Talgdrüsennaevus entwickelt

Zusammenfassung
Das Talgdrüsenkarzinom (SC) ist ein seltener maligner Hauttumor, der aus dem Epithel der Talgdrüsen entsteht. Eine Entstehung innerhalb eines Talgdrüsennaevus (NS), einer kongenitalen Hautfehlbildung mit Neigung zur Entwicklung benigner oder maligner Neoplasien, ist äußerst selten. Dieser Artikel präsentiert einen detaillierten Fallbericht eines SC in NS unter besonderer Betonung der dermoskopischen Merkmale zur frühzeitigen Diagnosestellung.

Fallbericht
Eine 40-jährige chinesische Patientin stellte sich mit einem gelblichen, juckenden Knoten an der Stirn vor. Der Knoten hatte sich über einer präexistierenden, haarlosen gelblichen Plaque entwickelt und war seit sechs Monaten schmerzhaft. Die klinische Untersuchung zeigte einen 0,5 × 0,5 cm großen Knoten auf einer gelblichen Plaque mit Erosionen. Dermoskopisch wies die verruköse Plaque aggregierte gelbe Globuli mit nicht-verzweigten „Kronengefäßen“ auf. Der Knoten selbst zeigte gelbliche inhomogene Areale, polymorphe Gefäße, weißliche Schuppung und erythematöse Läsionen.

Histopathologie und Immunhistochemie
Die histopathologische Analyse des Knotens ergelte pleomorphe Lobuli, vakuolisierte Zellen, schaumiges Zytoplasma mit gekerbten Kernen, prominente Nukleoli und mitotische Figuren in der Dermis. Die Immunhistochemie war positiv für Zytokeratin 7 und P63, während das epitheliale Membranantigen partiell positiv war. BerEp4 und karzinoembryonales Antigen waren negativ. Eine Kopf-CT zeigte keine Metastasen, sodass die Diagnose eines SC in NS bestätigt wurde. Die Patientin erhielt eine weite lokale Exzision mit 1 cm Sicherheitsabstand; innerhalb von 12 Monaten zeigte sich kein Rezidiv.

Diskussion
SC in NS ist mit nur 25 dokumentierten Fällen extrem selten. Die Häufigkeit sekundärer Neoplasien in NS liegt unter 0,1%. Differenzialdiagnosen umfassen Basalzellkarzinom, Trichoblastom und syringozystadenoma papilliferum. Dermoskopisch sind gelbliche inhomogene Areale (korrelierend mit schaumigem Zytoplasma) und polymorphe Gefäße (z. B. „Haarnadel-“, lineare oder Kronengefäße) wegweisend. Diese Merkmale unterscheiden SC von anderen NS-assoziierten Tumoren:

  • Basalzellkarzinom: asymmetrische blau-graue ovale Nester.
  • Trichoblastom: symmetrische blau-graue ovale Nester.
  • Syringozystadenoma papilliferum: exophytische papilläre Strukturen mit Ulzerationen.
  • Apokrines Hidrozystom: homogene Areale mit verzweigten Teleangiektasien.

Schlussfolgerungen
Die Kombination aus gelblichen inhomogenen Arealen und polymorphen Gefäßen stellt ein bisher nicht beschriebenes dermoskopisches Muster für SC in NS dar. Aufgrund des niedrigen Malignitätsgrades ermöglicht die frühzeitige dermoskopische Detektion eine erfolgreiche Exzision und Metastasenprävention. Die Dermoskopie ist somit ein essenzielles Werkzeug zur Differenzierung seltener, aber potenziell gefährlicher Hautläsionen.

Interessenkonflikte
Die Autoren erklären keine Interessenkonflikte.

Zitierhinweis
doi.org/10.1097/CM9.0000000000000956

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