Dermoskopische Merkmale einer akut exazerbierten Plaque – Psoriasis

Dermoskopische Merkmale einer akut exazerbierten Plaque-Psoriasis induziert durch Anti-Programmed-Death-1 bei Lungenkrebs

PD-1(Programmed Death-1)-Inhibitoren stellen einen bedeutenden Fortschritt in der Krebsbehandlung dar und bieten neue Hoffnung für Patienten mit verschiedenen Malignomen, einschließlich Lungenkrebs. Diese Immuntherapien sind jedoch nicht ohne Risiken. Zu den immunvermittelten Nebenwirkungen von PD-1-Inhibitoren gehören Hautreaktionen wie toxische epidermale Nekrolyse und Psoriasis-Exazerbationen. Dieser Artikel beschreibt einen Fallbericht eines Patienten, der nach einer Behandlung mit dem Anti-PD-1-Antikörper Sintilimab eine akut exazerbierte Plaque-Psoriasis entwickelte, und beleuchtet die dermoskopischen Merkmale sowie das klinische Management dieser Erkrankung.

Fallpräsentation

Ein 56-jähriger Mann mit einer 25-jährigen Anamnese von Psoriasis, die bisher mild und auf die Kopfhaut und Extremitäten begrenzt war, wurde mit einem Lungenadenokarzinom mit multiplen Metastasen diagnostiziert. Er unterzog sich einer videoassistierten thorakoskopischen Chirurgie, gefolgt von regelmäßiger Chemotherapie. Drei Monate vor dem Auftreten von Hautsymptomen entwickelte er Thoraxenge, Dyspnoe und eine eingeschränkte Beweglichkeit des linken Arms. Bildgebende Untersuchungen zeigten Metastasen in Lymphknoten, Pleura und Leber. Im Rahmen des Therapieplans erhielt der Patient einen Monat vor der Hautexazerbation die erste Dosis Sintilimab (200 mg).

Zwei Wochen nach der Sintilimab-Injektion traten generalisierte gerötete und geschwollene Plaques mit starkem Juckreiz auf. Die dermatologische Untersuchung ergab zahlreiche Plaques, Schuppen, Kratzspuren, Krusten und Pigmentveränderungen an Kopfhaut, Rumpf und Extremitäten. Der Patient wurde in der Thoraxchirurgie stationär aufgenommen, wo dermoskopische und histopathologische Untersuchungen an einer Läsion am linken Bein durchgeführt wurden.

Dermoskopische und histopathologische Befunde

Dermoskopisch zeigten sich unter einer 50-fachen Vergrößerung gleichmäßige Schuppen und bei 200-facher Vergrößerung punktförmige Blutgefäße. Diese Merkmale sind typisch für Plaque-Psoriasis und dienten zur Abgrenzung von Differenzialdiagnosen wie Pityriasis rubra pilaris und ekzematöser Arzneimittelreaktion. Letztere weisen runde bis ovale gelbliche Areale mit zentralem Haar (ggf. follikulären Pfropfen) auf, jedoch keine punktförmigen Gefäße.

Histopathologisch zeigte die Läsion Hyperkeratose mit Hypokeratose, Akanthose, Verlängerung der Epidermisleisten und eine milde lymphozytäre Infiltration um die Blutgefäße der oberen Dermis. Diese Merkmale bestätigten die Psoriasis, wobei die Hypokeratose weniger ausgeprägt und die Hyperkeratose dichter war als bei typischen Fällen.

Therapie und klinischer Verlauf

Nach der Hospitalisierung wurde Sintilimab abgesetzt. Der Patient erhielt drei Tage lang intravenöses Methylprednisolon (40 mg/Tag). In Absprache mit Dermatologen wurde die Therapie auf orales Prednison (30 mg/Tag), Antihistaminika und Tripterygium-Glykosid-Tabletten umgestellt. Glukokortikoide wurden fortgesetzt, um ein Fortschreiten der Psoriasis zu verhindern. Der Zustand des Patienten besserte sich rasch, und er wurde mit der Anweisung zur Fortsetzung der oralen Medikation entlassen.

Zwei Wochen später setzte der Patient die Medikamente eigenständig ab, woraufhin schuppige Plaques erneut großflächig auftraten. Bei erneuter Aufnahme wurde er mit topischem Hydrocortison-Vaseline-Gemisch (zweimal täglich) und Antihistaminika behandelt, was zu einer langsamen Besserung führte.

Diskussion

Die Psoriasis-Exazerbation unter Sintilimab korreliert mit bekannten immunvermittelten Nebenwirkungen von PD-1-Inhibitoren. Der Mechanismus beinhaltet vermutlich die Herunterregulierung von PD-1 auf T-Zellen, was zur Aktivierung proinflammatorischer Zytokine wie IL-1, IL-17 und IL-22 führt. Diese spielen eine Schlüsselrolle in der Psoriasis-Pathogenese.

Das Management solcher Fälle bleibt herausfordernd. Während die Therapie ähnlich wie bei klassischer Psoriasis erfolgt, ist die Entscheidung zum Absetzen des PD-1-Inhibitors individuell zu treten. Weitere Studien sind erforderlich, um standardisierte Protokolle zu etablieren.

Schlussfolgerung

Dieser Fall unterstreicht die Bedeutung der Früherkennung und interdisziplinären Behandlung immunvermittelter Nebenwirkungen unter PD-1-Inhibitoren, insbesondere bei Psoriasis-Patienten. Dermoskopie ermöglicht eine schnelle Diagnose, während die Zusammenarbeit zwischen Onkologen und Dermatologen entscheidend ist. Mit zunehmendem Einsatz von PD-1-Inhibitoren sollten dermatologische Nebenwirkungen verstärkt beachtet werden.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000958

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