Dermoskopische Merkmale von Morphea und ELS bei chinesischen Patienten

Dermoskopische Merkmale von Morphea und extragenitalem Lichen sclerosus bei chinesischen Patienten

Morphea und extragenitaler Lichen sclerosus (ELS) sind chronisch-entzündliche Dermatosen, die klinisch oft ähnlich erscheinen, was die Differenzialdiagnose insbesondere in frühen oder atypischen Fällen erschwert. Morphea äußert sich durch erythematöse Herde, zentrale hypopigmentierte Sklerose und atrophische Plaques, während ELS durch bläulich-weiße Papeln gekennzeichnet ist, die zu glänzenden, sklerotischen, narbenartigen Plaques konfluieren. Die klinische Überlappung erfordert häufig eine Biopsie zur definitiven Diagnose. Die Dermoskopie, ein nicht-invasives bildgebendes Verfahren, hat sich jedoch als wertvolles Hilfsmittel zur Diagnose nicht-neoplastischer Dermatosen erwiesen. Während frühere Studien dermoskopische Merkmale von Morphea und ELS bei kaukasischen Populationen untersuchten, analysiert diese Studie diese Merkmale bei chinesischen Patienten.

Diese prospektive Studie wurde von Januar 2018 bis August 2019 an der Dermatologischen Abteilung des Peking Union Medical College Hospital, China, durchgeführt. Die Ethikkommission des Krankenhauses genehmigte die Studie, und alle Teilnehmer gaben eine schriftliche Einwilligung. Eingeschlossen wurden Patienten mit histopathologisch gesicherter Morphea oder ELS; ausgeschlossen wurden solche, die einen Monat vor der Konsultation topisch oder systemisch behandelt worden waren. Alle Patienten unterzogen sich gleichzeitig einer klinischen Untersuchung, Dermoskopie und Biopsie.

Die dermoskopischen Aufnahmen wurden mit einem digitalen Dermoskopsystem (MoleMax HD) im polarisierten Modus erstellt. Pro Läsion wurden mehrere Bilder analysiert: einmal pro Bild (jedes Foto als Einheit) und einmal pro Patient (jeder Patient als Einheit). Zwei verblindete Dermatologen werteten die Bilder unabhängig voneinander aus. Diese Doppelanalyse berücksichtigte die Variabilität dermoskopischer Merkmale innerhalb und zwischen Läsionen.

Die statistische Auswertung erfolgte mit SPSS 25.0 unter Verwendung von Chi-Quadrat-Tests, Korrekturen oder exakten Fisher-Tests. Ein p-Wert <0,05 galt als signifikant.

Ergebnisse
Analysiert wurden 131 dermoskopische Bilder von 25 Morphea-Patienten (7 Männer, 18 Frauen; mittleres Alter: 30,4 Jahre) und 54 Bilder von 11 ELS-Patienten (1 Mann, 10 Frauen; mittleres Alter: 37,0 Jahre).

Bei Morphea dominierten weiße Wolken, rot strukturarme Areale, lineare geschwungene Gefäße und Pigmentnetzwerke. Weiße Wolken (als „fibrotische Balken“ beschrieben) korrelierten histologisch mit verdickten Kollagenbündeln in der retikulären Dermis und waren pathognomonisch für Morphea (p <0,001). ELS zeigte weiße strukturlose Areale (durch homogenisiertes Kollagen), Follikelkerben, Schuppen, purpurne Punkte, glänzende weiße Streifen, „Pfeffer-und-Salz“-Muster und Regenbogenmuster. Weiße strukturlose Areale waren ELS-spezifisch (p <0,001).

Signifikante Unterschiede bestanden auch bei Schuppen (p = 0,005), Regenbogenmuster (p = 0,005), Follikelkerben (p <0,001) und purpurnen Punkten (p = 0,002), die bei ELS häufiger auftraten. Lineare geschwungene Gefäße waren bei ELS signifikant häufiger (81,5 % vs. 48,1 %; p <0,001). Pigmentveränderungen wie „Pfeffer-und-Salz“-Muster und Pigmentierung entlang Hautfurchen traten bei ELS vermehrt auf (p <0,001 bzw. p = 0,036).

Diskussion
Die dermoskopischen Merkmale von Morphea und ELS bei chinesischen Patienten entsprechen weitgehend denen in kaukasischen Populationen, zeigen jedoch Frequenzunterschiede. Weiße Wolken bei Morphea und weiße strukturlose Areale bei ELS sind entscheidende differenzialdiagnostische Marker. Die höhere Prävalenz von purpurnen Punkten bei ELS könnte auf stärkeren Juckreiz und Kratzen zurückzuführen sein.

Einschränkungen umfassen die kleine Stichprobe und die fehlende Untergruppenanalyse nach Krankheitsphase oder Lokalisation. Weitere Studien sind erforderlich, um ethnische oder phänotypische Variationen zu klären. Dennoch unterstreicht diese Arbeit den Nutzen der Dermoskopie zur Differenzierung klinisch ähnlicher entzündlicher Dermatosen.

Schlussfolgerung
Die Dermoskopie bietet zuverlässige Hinweise zur Unterscheidung von Morphea und ELS. Weiße Wolken und weiße strukturlose Areale sind hierbei wegweisend. Künftige Forschungen sollten den Einfluss demografischer und klinischer Faktoren auf dermoskopische Muster vertiefen.

DOI: 10.1097/CM9.0000000000000977

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