Diagnose einer gastrischen Duplikationszyste bei einem Kind mittels endoskopischer Sonographie

Diagnose einer gastrischen Duplikationszyste bei einem Kind mittels endoskopischer Sonographie

Gastrische Duplikationszysten (GDZ) sind seltene angeborene Fehlbildungen, die etwa 2 % bis 9 % aller Duplikationen des Verdauungstrakts ausmachen. Die Inzidenz bei Kindern wird auf rund 17 Fälle pro Million geschätzt. Klinisch können sie mit unspezifischen Symptomen wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Dysphagie oder Gewichtsverlust einhergehen. Trotz ihrer Seltenheit sind GDZ klinisch relevant, da sie Komplikationen verursachen und diagnostisch herausfordernd sein können. Dieser Fallbericht beschreibt die erfolgreiche Diagnose einer GDZ bei einem 7-jährigen Mädchen mittels endoskopischer Sonographie (EUS) und unterstreicht den Stellenwert dieser Methode in der pädiatrischen Diagnostik.

Fallpräsentation

Eine 7-jährige Patientin wurde am 28. August 2016 aufgrund von anhaltendem Erbrechen über drei Tage in das Erste Krankenhaus der Universität Jilin aufgenommen. Die initiale Sonographie zeigte eine echogene Zyste (ca. 61,4 mm × 38,4 mm × 46,6 mm) zwischen Antrum ventriculi und Duodenum mit glatter Begrenzung und wandstruktureller Ähnlichkeit zum Gastrointestinaltrakt. In der abdominalen Computertomographie (CT) stellte sich eine zystische Raumforderung mit niedriger Dichte im Hilusbereich dar, wobei die Abgrenzung zwischen Antrum und Duodenum unklar blieb.

Diagnostische Verfahren

Am 31. August 2016 erfolgte eine Gastroskopie in Intubationsnarkose. In Linksseitenlage zeigte sich an der Hinterwand des Antrums eine 4 cm × 3 cm große Vorwölbung mit glatter, mukosagleicher Oberfläche. Zur weiteren Abklärung wurde eine EUS mit einer 20-MHz-Sonde durchgeführt. Nach Wasservorlage im Magen demonstrierte die EUS eine reguläre 5-Schichtung der Magenwand sowie eine 4 cm × 3 cm große, echofreie Zyste extramural mit mittelgradiger Binnenechosignalität. Die Läsion war eng mit der Magenwand verbunden und wölbte sich in das Lumen vor. Auf Basis dieser Befunde wurde die Diagnose einer GDZ gestellt.

Chirurgische Intervention und Pathologie

Am 6. September 2016 erfolgte die laparoskopische Exploration. Intraoperativ zeigte sich eine 4 cm × 3 cm × 2 cm große Zyste in der Magenwand mit fester Adhärenz zur Mukosa. Nach vollständiger Resektion bestätigte die histopathologische Aufarbeitung glatte Muskulatur in der Mukosa sowie ektopes Pankreasgewebe in der Zystenwand, wodurch die Diagnose einer GDZ gesichert wurde.

Diskussion

Gastrointestinale Duplikationen sind seltene Anomalien, wobei gastrische Formen besonders ungewöhnlich sind. Die Diagnosestellung gestaltet sich aufgrund unspezifischer Symptome und limitierter konventioneller Bildgebung schwierig. Sonographie, CT und Magnetresonanztomographie (MRT) weisen erhebliche Limitationen auf: So liegt die Fehldiagnoserate bei CT-Untersuchungen zwischen 43 % und 70 %, und die MRT zeigt keine signifikant höhere Treffsicherheit.

Die EUS hat sich als zentrales Verfahren zur Diagnose von GDZ etabliert. Durch die Kombination von Endoskopie und Sonographie ermöglicht sie eine detaillierte Darstellung der Wandschichtung sowie benachbarter Strukturen. Sie differenziert zuverlässig zwischen zystischen und soliden Läsionen und liefert entscheidende Informationen zur Lage und Ausdehnung der Veränderung. Obwohl die EUS bei Erwachsenen etabliert ist, existieren nur wenige Berichte über ihre Anwendung in der Pädiatrie. Im vorliegenden Fall ermöglichte die EUS die präzise präoperative Diagnose, vermied Fehlinterpretationen und leitete die chirurgische Therapie.

Schlussfolgerung

Gastrische Duplikationszysten sind seltene kongenitale Malformationen mit variabler klinischer Präsentation. Konventionelle Bildgebungsverfahren erreichen oft keine ausreichende diagnostische Sicherheit. Die endoskopische Sonographie bietet hier eine zuverlässige Alternative, insbesondere durch ihre hohe Auflösung und die detaillierte Darstellung der Wandarchitektur. Dieser Fall unterstreicht den Nutzen der EUS in der präoperativen Evaluation pädiatrischer GDZ und empfiehlt sie als Methode der ersten Wahl.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000077

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