Die Stilllegung von FKBP9P1 hemmt PI3K/AKT in HNSCC

Die Stilllegung des neuartigen langen nicht-kodierenden RNAs FKBP9P1 unterdrückt die maligne Progression und hemmt die PI3K/AKT-Signalgebung von Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals-Bereich in vitro

Plattenepithelkarzinome im Kopf-Hals-Bereich (HNSCC) zählen weltweit zu den sechshäufigsten Krebserkrankungen und sind mit einer schlechten Prognose assoziiert. Die Überlebensrate von Patienten wird zusätzlich durch die Tendenz der Tumoren, in umliegende Gewebe einzudringen und in zervikale Lymphknoten zu metastasieren, verschlechtert. Trotz Fortschritten in Therapiemodalitäten wie Chirurgie, Chemotherapie und Radiotherapie liegt die 5-Jahres-Gesamtüberlebensrate weiterhin enttäuschend niedrig (25–60 %). Dies unterstreicht den dringenden Bedarf an neuartigen therapeutischen Strategien, die über traditionelle Behandlungen hinausgehen und auf biomarkerbasierte Ansätze abzielen. Bislang finden jedoch nur wenige Biomarker klinische Anwendung, weshalb die Identifizierung neuer molekularer Marker und deren Mechanismen in der HNSCC-Progression entscheidend ist.

Lange nicht-kodierende RNAs (lncRNAs) sind RNA-Transkripte mit über 200 Nukleotiden ohne Protein-kodierendes Potenzial. Sie spielen eine Schlüsselrolle in der Regulation biologischer Prozesse, einschließlich der Tumorprogression. Die dysregulierte Expression von lncRNAs wurde mit der Diagnose und Prognose zahlreicher Krebsarten in Verbindung gebracht. FKBP9P1, eine neu identifizierte lncRNA auf Chromosom 7p11.2, zeigt in HNSCC-Geweben eine höhere Expression als in gesundem Gewebe. Die funktionelle Bedeutung und molekularen Mechanismen von FKBP9P1 in HNSCC bleiben jedoch unklar.

Ziel dieser Studie war es, die Rolle von FKBP9P1 in der HNSCC-Progression zu untersuchen und sein Potenzial als diagnostischer und prognostischer Biomarker zu evaluieren. Die Forschung kombinierte klinische Proben mit In-vitro-Experimenten, um Expression, funktionelle Effekte und zugrundeliegende Mechanismen von FKBP9P1 zu analysieren.

Die Studie wurde von der Ethikkommission des Peking Tongren-Krankenhauses genehmigt. Eingeschlossen wurden 114 HNSCC-Patienten (chirurgisch behandelt zwischen 2011 und 2015). Tumorgewebe und adjazentes Normalkontrollgewebe wurden mittels qRT-PCR und histopathologischer Auswertung analysiert. Patienten erhielten vor der Operation keine Chemo- oder Radiotherapie. Das Follow-up umfasste regelmäßige endoskopische und bildgebende Kontrollen. Das Gesamtüberleben (OS) und krankheitsfreie Überleben (DFS) wurden bis Dezember 2018 dokumentiert.

HNSCC-Zelllinien (FaDu, Cal-27, SCC4, SCC9) und die immortalisierte Keratinozytenlinie HaCaT wurden unter Standardbedingungen kultiviert. Für den FKBP9P1-Knockdown wurden Cal-27- und SCC9-Zellen mit lentiviralen sh-FKBP9P1-Vektoren transfiziert. Die Knockdown-Effizienz wurde mittels qRT-PCR bestätigt.

Zellproliferation (CCK-8-Assay), Koloniebildung, Migration (Wundheilungsassay) und Invasion (Transwell-Assay) wurden analysiert. Die PI3K/AKT-Signalgebung wurde durch Western Blot untersucht.

Die FKBP9P1-Expression war in HNSCC-Geweben signifikant höher als in Normalgeweben (Tumor vs. Normal: 1,914 vs. 0,957; t = 7,746, p < 0,001). Ebenso zeigten HNSCC-Zelllinien eine stärkere Expression als HaCaT-Zellen (alle p < 0,01). Patienten mit hoher FKBP9P1-Expression (Median: 1,677) wiesen fortgeschrittene T-Stadien (p = 0,022), N-Stadien (p = 0,036), klinische Stadien (p = 0,018) und schlechtere Prognosen (OS: p = 0,002; DFS: p < 0,001) auf.

Der FKBP9P1-Knockdown reduzierte die Proliferation, Koloniebildung, Migration und Invasion signifikant (alle p < 0,01). Western Blot-Analysen zeigten eine Hemmung der PI3K- (p-PI3K) und AKT-Phosphorylierung (p-AKT), während die Gesamtproteinlevel unverändert blieben.

Diese Studie identifiziert FKBP9P1 als onkogene lncRNA in HNSCC, die über die Aktivierung der PI3K/AKT-Signalachse die Tumorprogression fördert. Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial von FKBP9P1 als therapeutisches Ziel und prognostischen Biomarker. Weitere Forschung ist erforderlich, um die mechanistischen Details und klinische Anwendbarkeit zu validieren.

DOI: 10.1097/CM9.0000000000000933

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