Eignung der C-BIOPRED-Kohorte mit schwerem Asthma für Typ-2-Biologika-Therapien
Patienten mit schwerem persistierendem Asthma leiden trotz intensiver Nutzung von Gesundheitsressourcen und vorhandenen Therapien wie inhalativen Kortikosteroiden, Beta-Agonisten und teilweise oraler Kortikosteroid(OCS)-Therapie unter erheblicher Morbidität und eingeschränkter Lebensqualität. Der Phänotyp „T2-High“-Asthma, der auf gezielte Biologika wie Anti-IgE-, Anti-Interleukin(IL)-5-, Anti-IL5Ra- und Anti-IL4Ra-Antikörper anspricht, ist etabliert. Diese Therapien sind in Europa und Nordamerika verfügbar und werden zunehmend in China eingeführt. Obwohl die Prävalenz von Asthma bei Erwachsenen in China mit 4,2% niedriger ist als in westlichen Ländern, wird schweres Asthma nach ERS/ATS-Kriterien zunehmend diagnostiziert.
Die chinesische C-BIOPRED-Kohorte umfasst 452 Patienten mit schwerem Asthma, die ähnliche Merkmale wie internationale Kohorten aufweisen. Zur Bewertung der Eignung für T2-Biologika wurde die Prävalenz von T2-High-Asthma anhand der Blut-Eosinophilenzahl (BEC) und des fraktionierten exhalativen Stickstoffmonoxids (FeNO) bestimmt. T2-High-Kriterien waren BEC ≥150/µL oder ≥300/µL und/oder FeNO ≥20 ppb.
Die Studie zeigte, dass 55,8% der Patienten bei BEC ≥300/µL und 75,7% bei FeNO ≥20 ppb T2-High-Asthma aufwiesen. Die Kombination von BEC ≥150/µL und FeNO ≥20 ppb identifizierte 55,9%, während BEC ≥300/µL plus FeNO ≥20 ppb 38,7% der Patienten als T2-High einstuften. Bei 246 nach einem Jahr nachuntersuchten Patienten blieb der T2-High-Anteil stabil, wobei 10–15% zwischen T2-High und -Low wechselten. Die Sputum-Eosinophilenzahl (SEC) erwies sich als zuverlässigerer Marker: 75% der Patienten waren bei SEC ≥2% T2-High.
Gemäß GINA-Leitlinien wurden Patienten mit ≥2 Exazerbationen/Jahr und biomarkerspezifischen Cut-offs evaluiert. Anti-IgE-Therapie erforderte Sensibilisierung gegenüber Aeroallergenen, spezifisches IgE sowie passendes Körpergewicht und Gesamt-IgE. Anti-IL5/IL5Ra-Therapie verlangte BEC ≥300/µL, Anti-IL4Ra-Therapie BEC ≥150/µL oder FeNO ≥25 ppb.
Von 452 Patienten waren 174 (38,5%) für mindestens eine Biologika-Therapie geeignet:
- 51 (11,3%) für Anti-IgE (1,8% exklusiv)
- 166 (36,7%) für Anti-IL4Ra (13,3% exklusiv)
- 87 (19,3%) für Anti-IL5/IL5Ra (alle auch Anti-IL4Ra-eligible)
- 24 (5,3%) erfüllten Kriterien für alle drei Therapien
Nur für Anti-IgE geeignete Patienten hatten besser kontrolliertes Asthma, niedrigste FeNO-Werte (5,61 ppb), BEC, ECP und Gesamt-IgE sowie keine OCS-Therapie. Patienten ausschließlich für Anti-IL4Ra zeigten höhere BEC (540/µL), FeNO, Sputum-Eosinophilie (33,3%) und OCS-Anwendung (31,2%). Patienten ohne Biologika-Eignung wiesen die höchsten FeNO-Werte (33,2 ppb) und Sputum-Eosinophile auf, jedoch keine OCS-Nutzung.
Unter NICE-Kriterien (>4 Exazerbationen/Jahr plus BEC ≥150/µL und FeNO ≥25 ppb für Anti-IL4Ra) variierte die Eignung je nach Exazerbationshäufigkeit:
- 58,8% (≥1 Exazerbation)
- 15,3% (≥4 Exazerbationen)
Die Kombination von BEC ≥150/µL und FeNO ≥25 ppb erhöhte die Eignung für Anti-IgE und Anti-IL5/IL5Ra, reduzierte jedoch Anti-IL4Ra-Einzeltherapien. Bei ≥1 Exazerbation/Jahr konnten maximale 7,5% (Anti-IgE), 5,3% (Anti-IL5/IL5Ra) und 10,0% (Anti-IL4Ra) exklusiv therapiert werden.
Zusammenfassend dominiert T2-High-Asthma in der C-BIOPRED-Kohorte und bleibt über ein Jahr stabil. Die Eignung für Biologika variiert signifikant mit den angewendeten Kriterien, was die Notwendigkeit präziserer Biomarker unterstreicht. Viele nicht-eligible Patienten hatten <2 Exazerbationen/Jahr, darunter atopische Patienten mit hoher BEC. Strengere Kriterien (≥4 Exazerbationen) begrenzen die Eignung auf ≈15%. Diese Studie liefert wichtige Daten zur Optimierung von Behandlungsstrategien für schweres Asthma in China.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000002556