Ein Fall von klonaler seborrhoischer Keratose mit charakteristischen dermoskopischen Merkmalen

Ein Fall von klonaler seborrhoischer Keratose mit charakteristischen dermoskopischen Merkmalen

Die seborrhoische Keratose (SK) ist ein häufiger benigner epidermaler Tumor, der typischerweise bei Personen mittleren und höheren Alters auftritt. Während die meisten SK-Fälle anhand klinischer und dermoskopischer Merkmale leicht diagnostiziert werden können, stellen bestimmte Varianten wie die klonale SK aufgrund ihrer atypischen Präsentation eine diagnostische Herausforderung dar. Dieser Artikel beschreibt detailliert einen Fall von klonaler SK mit Schwerpunkt auf klinischen, dermoskopischen und histopathologischen Charakteristika sowie den damit verbundenen diagnostischen Fallstricken.

Klinische Präsentation

Eine 40-jährige Frau stellte sich mit einer langsam vergrößerten, roten, ovalen Plaque am lateralen Aspekt des linken Unterschenkels vor. Die Läsion bestand seit vier Jahren und wies eine raue Oberfläche auf. Ulzerationen, Krusten, Exsudation oder Blutungen fehlten. Die Untersuchung zeigte eine scharf begrenzte, rote, flache Plaque von 1,5 cm × 1,0 cm mit mittlerer Konsistenz und fehlender Druckschmerzhaftigkeit. Die Patientin berichtete über keine systemischen Auffälligkeiten sowie kein Jucken oder Schmerzen.

Dermoskopische Untersuchung

Die dermoskopische Untersuchung ergab mehrere Schlüsselmerkmale: zahlreiche braune Globuli, punkt- und globuläre Gefäße auf rotem Hintergrund, follikuläre keratotische Pfropfen, multiple milienartige Zysten sowie einen scharf abgegrenzten Rand. Die Kombination aus braunen Globuli und rötlichem Hintergrund erschwerte die Diagnose, da diese Merkmale nicht typisch für eine klassische SK sind.

Histopathologische Befunde

Nach Exzision bestätigte die Histopathologie die Diagnose einer klonalen SK. Es zeigten sich proliferative Nester basaloider Zellen mit Melaninablagerungen, Hyperkeratose, Akanthose, follikuläre Keratosen, Hornzysten und dilatierte Kapillaren in der oberen Dermis. Die basaloiden Zellen bildeten scharf abgegrenzte Nester innerhalb der verdickten Epidermis – ein Phänomen, das als intraepidermales Epitheliom nach Borst-Jadassohn bezeichnet wird und die dermoskopisch sichtbaren „braunen Globuli“ erklärt. Dieser Befund tritt auch bei Hydroacanthoma simplex und Morbus Bowen auf. Die dilatierten Kapillaren korrelierten mit den dermoskopischen punkt- und globulären Gefäßen.

Diskussion

Die klonale SK ist eine seltene Variante, deren atypische Merkmale Fehldiagnosen begünstigen. Typische dermoskopische SK-Merkmale wie Komedo-ähnliche Öffnungen, scharfe Begrenzung, milienartige Zysten und haarnadelförmige Gefäße fehlen oft teilweise. In diesem Fall dominierten braune Globuli in rötlichem Hintergrund – ein ungewöhnliches Muster für SK. Solche klonalen „Klumpen“ können kongenitale Nävi, Spitz-Nävi oder Melanome imitieren. Zudem sind multiple punkt- und globuläre Gefäße, wie hier beobachtet, selten beschrieben.
Ein weiteres Verwechslungsrisiko besteht bei blau-grauen ovoiden Strukturen, die an ein Basalzellkarzinom erinnern. Histopathologische Sicherung ist daher unerlässlich.

Schlussfolgerung

Die klonale SK zeigt klinisch und dermoskopisch oft untypische Merkmale, was die histopathologische Bestätigung notwendig macht. Dieser Fall unterstreicht die Grenzen der Dermoskopie bei seltenen SK-Varianten. Bei Läsionen mit unklaren dermoskopischen Mustern sollte frühzeitig eine Biopsie erwogen werden, um Fehldiagnosen zu vermeiden.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000630

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