Einfluss der Katheter-Gewebe-Kontaktkraft auf die Läsionsgröße

Einfluss der Katheter-Gewebe-Kontaktkraft auf die Läsionsgröße während der Ablation des rechtsventrikulären Ausflusstrakts in einem Schweinemodell

Die Hochfrequenzkatheterablation (RFCA) hat sich als effektive nicht-pharmakologische Therapie für idiopathische ventrikuläre Arrhythmien (VAs), einschließlich häufiger ventrikulärer Extrasystolen und ventrikulärer Tachykardien, etabliert. Der rechtsventrikuläre Ausflusstrakt (RVOT) ist eine der häufigsten Zielregionen für Ablationen. Trotz der Wirksamkeit zeigen Studien jedoch, dass 7–20 % der RVOT-Ablationen keinen akuten Erfolg erzielen oder Rezidive auftreten. Ein entscheidender Einflussfaktor ist die Katheter-Gewebe-Kontaktkraft (CF), die nachweislich die Läsionsgröße und damit den Ablationserfolg bestimmt. Übermäßige CF kann jedoch zu Komplikationen wie Herzbeuteltamponade oder Dampfpop-Ereignissen führen. Diese Studie untersuchte den Einfluss der CF auf die Läsionsgröße während der RVOT-Ablation in einem Schweinemodell unter Verwendung eines CF-sensitiven Ablationskatheters.

Methodik
Zwölf männliche Guangxi-Bama-Minischweine (40–50 kg) wurden unter Allgemeinanästhesie mit einem ThermoCool SmartTouch-Katheter (CARTO 3-Navigationssystem) im RVOT abladierter. Die Tiere wurden randomisiert in vier CF-Gruppen eingeteilt: Gruppe A (3–9 g), B (10–19 g), C (20–29 g) und D (30–39 g). An drei Punkten der freien Wand und des Septums erfolgten Radiofrequenzablationen (30 W, 30 Sekunden, Spülrate 17 ml/min). Post-prozedural wurden maximale Tiefe, Oberflächendurchmesser und Läsionsvolumen bestimmt.

Ergebnisse
Es wurden 72 Läsionen generiert. Die CF korrelierte signifikant mit der Läsionsgröße. In der freien Wand zeigten sich für maximale Tiefe (b = 0,105), Oberflächendurchmesser (b = 0,162) und Läsionsvolumen (b = 3,355) starke lineare Zusammenhänge (p < 0,001). Ähnliche Korrelationen fanden sich im Septum (b = 0,093; b = 0,150; b = 3,712; p < 0,001). Die regionale bipolare (b = 0,065) und unipolare Spannungsamplitude (b = 0,125) sowie die Impedanz (b = 1,054) korrelierten schwach positiv mit der CF (p < 0,001).

Dampfpop-Ereignisse traten ausschließlich bei CF > 20 g auf, mit signifikanten Unterschieden zwischen den Gruppen (freie Wand: F = 7,3, p = 0,032; Septum: F = 10,5, p = 0,009). Die mittlere CF bei Dampfpops betrug 30,8 ± 4,5 g (freie Wand) bzw. 31,5 ± 5,2 g (Septum; t = –0,249, p = 0,808). Transmurale Läsionen traten in der freien Wand ab CF > 10 g auf, im Septum jedoch nicht – selbst bei 30 g.

Diskussion
Die CF ist ein prädiktiver Hauptfaktor für die Läsionsgröße bei RVOT-Ablationen. Ein CF-Bereich von 3–10 g erscheint für die freie Wand als sicherer Kompromiss zwischen Effektivität und Komplikationsrisiko. Für septale Ablationen, wo VA-Ursprünge häufig tief subendokardial liegen, kann eine CF von 10–20 g erforderlich sein. CF-Werte > 20 g sollten aufgrund des erhöhten Dampfpop-Risikos vermieden werden.

Indirekte Parameter wie lokale Spannungsamplitude oder Impedanz erwiesen sich als unzuverlässige CF-Prädiktoren, was frühere Studien bestätigt. Die direkte CF-Messung mittels spezialisierter Katheter bleibt essenziell für die Prozedursicherheit.

Schlussfolgerung
Die CF-Steuerung ist entscheidend für den Ablationserfolg im RVOT. Während 3–10 g für die freie Wand ausreichen, erfordert das Septum höhere CF-Werte (10–20 g). Operateure sollten Echtzeit-CF-Messungen nutzen, um Komplikationen zu minimieren. Klinische Studien am Menschen sind notwendig, um diese Ergebnisse zu validieren.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären keine Interessenkonflikte.

Literatur
doi.org/10.1097/CM9.0000000000000859

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