Epidemiologische Charakteristika der Sterblichkeit unter Hundertjährigen in China von 2013 bis 2020

Epidemiologische Charakteristika der Sterblichkeit unter Hundertjährigen in China von 2013 bis 2020: Eine Trend- und Subnationale Analyse

Hundertjährige, Personen, die ein Alter von 100 Jahren oder mehr erreichen, stehen aufgrund ihrer außergewöhnlichen Lebensspanne im Fokus der Langlebigkeitsforschung. Die globale Population der Hundertjährigen wird voraussichtlich dramatisch ansteigen. Schätzungen zufolge könnte die Zahl bis 2100 auf über 25 Millionen anwachsen – ein starker Anstieg gegenüber 451.000 im Jahr 2015. Diese demografische Verschiebung hat erhebliche Implikationen für die öffentliche Gesundheit, insbesondere im Verständnis der Lebensendphase dieser Population. Trotz zunehmenden Interesses mangelt es an umfassenden Studien zu Sterbemustern, einschließlich saisonaler Trends, Sterbeorte (PoDs) und Todesursachen (CoDs) bei Hundertjährigen. Diese Studie schließt diese Lücke durch eine detaillierte Analyse der Sterblichkeit unter Hundertjährigen in China von 2013 bis 2020 unter Berücksichtigung von Trends und Provinzunterschieden.

Methodik
Die Studie verwendete Daten aus Chinas nationalem Mortalitätsüberwachungssystem, das 605 Überwachungspunkte in 31 Provinzen abdeckt. Das 2013 etablierte System liefert repräsentative Mortalitätsdaten, einschließlich Sterbeurkunden mit demografischen Angaben, Sterbedatum, PoD und CoD. Analysiert wurden 46.938 Sterbefälle von Personen ≥100 Jahren. Deskriptive Statistik und Joinpoint-Regressionsmodelle untersuchten Trends in PoDs, CoDs sowie dem Anteil der Hundertjährigen an allen Sterbefällen und den Sterbefällen ab 65 Jahren.

Ergebnisse
Demografische Merkmale: 73,10 % der Verstorbenen waren weiblich (34.311 vs. 12.627 Männer). Über 90 % starben vor dem 106. Lebensjahr. Die Mehrheit war verwitwet (76,87 %) und hatte einen niedrigen Bildungsstand (96,22 %). Frauen lebten häufiger in ländlichen Gebieten (59,05 % vs. 55,14 % bei Männern).

Zeitliche Trends: Die Zahl der Sterbefälle stieg von 4.328 (2013) auf 7.274 (2020). Der Anteil der Hundertjährigen an allen Sterbefällen erhöhte sich von 0,24 % auf 0,34 % (durchschnittliche jährliche prozentuale Veränderung [AAPC]: +5,3 %). Bezogen auf Sterbefälle ab 65 Jahren stieg der Anteil von 0,35 % auf 0,45 % (AAPC: +3,9 %). Frauen zeigten stärkere Zuwachsraten.

Saisonale Muster: Die höchste Sterblichkeit trat in Januar (12,05 %), Februar (9,99 %) und Dezember (9,74 %) auf. Diese winterbedingte Übersterblichkeit korreliert mit niedrigen Temperaturen.

Sterbeorte: 81,71 % starben zu Hause, 13,63 % im Krankenhaus und 2,68 % in Pflegeheimen. Der Anteil von Pflegeheimen stieg zwischen 2014 und 2020 um 9,60 %, reflektiert aber weiterhin kulturelle Präferenzen für häusliches Sterben.

Todesursachen: Führend waren Herzerkrankungen (35,72 %), respiratorische Erkrankungen (17,63 %), zerebrovaskuläre Erkrankungen (15,60 %) und „Alter“ (11,22 %). Ischämische Herzkrankheiten (76,30 % der kardiovaskulären Todesfälle) und Pneumonien (18,18 % der respiratorischen Todesfälle) dominierten. Der Anteil respiratorischer Erkrankungen (-4,8 % AAPC) und „Alter“ (-2,3 % AAPC) sank, während Verletzungen (+8,8 % AAPC) und neurologische Erkrankungen (+5,0 % AAPC) zunahmen.

Provinzvergleiche: Shanghai wies den höchsten Krankenhausanteil (39,38 %) und Pflegeheimanteil (14,68 %) auf. Sichuan hatte die höchste respiratorische Sterblichkeit (32,30 %). Jiangsu (26,58 %) und Zhejiang (23,61 %) verzeichneten die höchsten „Alter“-bedingten Todesfälle.

Diskussion
Die Charakteristika der Hundertjährigensterblichkeit in China – hohe Häuslichkeit der Sterbeorte, kardiovaskuläre Dominanz der Todesursachen – unterscheiden sich von Ländern wie England oder Japan. Die steigenden Anteile unterstreichen die wachsende Relevanz von Versorgungsstrategien für diese Population. Provinzielle Unterschiede spiegeln sozioökonomische Faktoren, Gesundheitszugang und kulturelle Praktiken wider.

Schlussfolgerung
Diese Analyse liefert erstmals umfassende Einblicke in die Sterblichkeitsmuster chinesischer Hundertjähriger. Die Ergebnisse betonen die Notwendigkeit gezielter Interventionen zur Verbesserung der Lebensendversorgung und gesundheitlichen Resilienz in einer alternden Gesellschaft.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000002823

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