Faktoren im Zusammenhang mit der Inzidenz von Extrauteringraviditäten bei Frauen unter assistierter Reproduktionstherapie

Faktoren im Zusammenhang mit der Inzidenz von Extrauteringraviditäten bei Frauen unter assistierter Reproduktionstherapie

Extrauteringraviditäten (EUG) stellen eine schwerwiegende Komplikation bei Frauen dar, die sich einer assistierten Reproduktionstherapie (ART), insbesondere In-vitro-Fertilisation (IVF) oder intrazytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI), unterziehen. Eine EUG tritt auf, wenn sich der Embryo außerhalb der Gebärmutterhöhle einnistet, meist im Eileiter. Diese Erkrankung ist mit erheblicher mütterlicher Morbidität und in seltenen Fällen Mortalität verbunden. Die Inzidenz von EUG nach ART liegt mit 1,6 % bis 8,6 % deutlich höher als bei natürlichen Konzeptionen. Trotz umfangreicher Forschung sind die zugrunde liegenden Ursachen für EUG in der ART nicht vollständig geklärt. Diese Studie zielte darauf ab, Faktoren zu identifizieren, die mit dem Auftreten von EUG bei IVF/ICSI-Behandlungen assoziiert sind.

Die retrospektive Analyse umfasste 13.142 IVF/ICSI-Zyklen mit klinischen Schwangerschaften zwischen dem 1. Januar 2013 und dem 31. Dezember 2017 in der Reproduktionsmedizinischen Abteilung des Sir Run Run Shaw Hospital der Medizinischen Fakultät der Zhejiang-Universität. Untersucht wurden klinische Faktoren wie Alter, Infertilitätsdiagnose (tubar vs. nicht-tubar), Infertilitätstyp (primär vs. sekundär), Embryotransfertyp (frisch vs. kryokonserviert), Embryonalstadium (Kernstadium vs. Blastozystenstadium), Anzahl transferierter Embryonen (1, 2 oder 3), EUG-Anamnese und endometriale Kombinationsdicke (ECT).

Die Studienpopulation wurde in eine EUG-Gruppe (inklusive heterotoper Schwangerschaften) und eine Kontrollgruppe mit intrauterinen Schwangerschaften unterteilt. Die Gesamtinzidenz von EUG betrug 2,12 %, wobei heterotope Schwangerschaften 0,27 % ausmachten. Signifikante Unterschiede zeigten sich bei sekundärer Infertilität (68,7 % vs. 53,3 % in der Kontrollgruppe) und tubarer Infertilität (89,2 % vs. 63,6 %). Tubare Faktoren (Narben, Verschlüsse, Hydrosalpinx oder Salpingektomie) erwiesen sich in uni- und multivariaten Analysen als unabhängige Prädiktoren für EUG (adjustierte Odds Ratio [aOR] 3,995).

Die Transferphase spielte eine entscheidende Rolle: Embryonen im Kernstadium waren in der EUG-Gruppe häufiger (91,4 % vs. 84,4 %), während Blastozystentransfers mit einem reduzierten EUG-Risiko assoziiert waren. Dieser Effekt war bei Patientinnen mit EUG-Anamnese ausgeprägter (92,2 % Kernstadium-Transfers in der EUG-Gruppe vs. 77,6 % in der Kontrolle). Eine ECT unter 9 mm erhöhte das EUG-Risiko im Vergleich zu einer ECT ≥12 mm (aOR 2,148). Frisch- vs. Kryotransfer und die Anzahl transferierter Embryonen zeigten keinen signifikanten Einfluss.

Die multivariate logistische Regressionsanalyse bestätigte tubare Infertilität, Embryonalstadium, EUG-Anamnese und ECT als unabhängige Prädiktoren. Limitationen umfassen den retrospektiven Charakter, potenzielle Confounder wie Ultraschallführung während des Transfers sowie die Single-Center-Datenbasis.

Zusammenfassend unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung tubarer Faktoren und sekundärer Infertilität für das EUG-Risiko. Blastozystentransfers, insbesondere bei Risikopatientinnen, und eine optimierte endometriale Vorbereitung könnten präventives Potenzial bieten. Individualisierte Therapiestrategien sind essenziell, um EUG-Komplikationen in der ART zu minimieren.

DOI: 10.1097/CM9.0000000000001058

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