Klinische Charakteristika von neuartigen Coronavirus – Fällen in Hubei

Klinische Charakteristika von neuartigen Coronavirus-Fällen in tertiären Krankenhäusern der Provinz Hubei

Einleitung
Ende 2019 rückte Wuhan in der Provinz Hubei, China, aufgrund eines Ausbruchs einer Pneumonie unklarer Ätiologie in den Fokus der Welt. Im Januar 2020 wurde ein Erreger erfolgreich isoliert und als neuartiges Coronavirus (2019-nCoV) benannt. Diese Studie untersucht die epidemiologische Anamnese, klinischen Merkmale, Therapieregime und die Prognose von Patienten mit 2019-nCoV-Infektion während dieses Ausbruchs.

Methoden
Die Studie erfolgte gemäß der Deklaration von Helsinki und wurde von der Ethikkommission des Tongji-Krankenhauses der Huazhong-Universität für Wissenschaft und Technologie genehmigt. Auf eine informierte Einwilligung wurde aufgrund des Kontexts neu auftretender Infektionskrankheiten verzichtet.

Retrospektiv wurden klinische Daten von 137 Patienten mit 2019-nCoV-Infektion erhoben, die zwischen dem 30. Dezember 2019 und dem 24. Januar 2020 in neun tertiären Krankenhäusern der Provinz Hubei aufgenommen wurden. Verdachtsfälle wurden gemäß dem Diagnose- und Therapieprotokoll für neuartige Coronavirus-Pneumonie (NCP) (Trial Version 3) identifiziert. Bei Bestätigung durch RT-PCR (2019-nCoV [ORF1ab/N]-Nachweis; Bio-germ, Shanghai) wurden die Patienten in die Studie eingeschlossen.

Atemwegsproben wurden auf Influenza, aviäre Influenza, RSV, Adenoviren, Parainfluenza, SARS-CoV und MERS-CoV sowie auf bakterielle, pilzliche und andere pathogene Mikroorganismen getestet. Demografische Daten, klinische Symptome, Laborbefunde, Bildgebung, Therapien und Prognose wurden erfasst. Kontinuierliche Daten wurden als Median (Bereich), kategorische Daten als Häufigkeiten (%) dargestellt.

Ergebnisse
Allgemeine Informationen
50,4 % (69/137) der Fälle stammten aus Wuhan. Die mediane Alter der Patienten betrug 57 Jahre (Bereich: 20–83). Keiner hatte eine direkte Exposition gegenüber dem Huanan-Meeresfrüchte-Großmarkt, was auf sekundäre/tertiäre Übertragung hindeutet. Schwerkranke Patienten wiesen häufiger Komorbiditäten (z. B. Hypertonie, Diabetes) auf.

Klinische Manifestationen
Hauptsymptome waren Fieber (88,3 %; davon 45,3 % hochgradig), Husten (68,6 %) und Myalgie/Erschöpfung (44,5 %). Bei 19,7 % traten gastrointestinale oder neurologische Symptome auf. Die mediane Zeit bis zur Dyspnoe betrug 7 Tage (Bereich: 1–20). Bei 20 % traten Organkomplikationen (z. B. Nierenversagen) auf.

Labor- und Bildgebungsbefunde
72,3 % (99/137) entwickelten Lymphozytopenie. CRP und Procalcitonin waren bei 70,8 % bzw. 45,3 % erhöht. In der CT zeigten 84,7 % (116/137) bilaterale pulmonale Infiltrate, meist als Milchglasopazitäten oder Konsolidierungen (Abbildung 2).

Therapie und Prognose
86,9 % erhielten Sauerstofftherapie (nicht-invasiv/invasiv). Systemische Kortikosteroide (30–80 mg/Tag Methylprednisolon) wurden bei 29,2 % (40/137) ohne signifikanten Nutzen eingesetzt. Die Letalität betrug 11,7 % (16/137), höher als in früheren Berichten, vermutlich aufgrund des Schweregrads der hospitalisierten Fälle.

Diskussion
Die 2019-nCoV-Infektion ähnelt klinisch SARS, zeigt jedoch längere Inkubationszeiten und häufige asymptomatische Träger. Die Abwesenheit von Fieber bei 20 % unterstreicht die Notwendigkeit atypische Präsentationen zu berücksichtigen. Lymphozytopenie und bilaterale CT-Veränderungen sind Schlüsselmerkmale. Die begrenzte Wirksamkeit von Kortikosteroiden erfordert alternative Therapieansätze.

Einschränkungen umfassen die Fokussierung auf hospitalisierte Patienten und fehlende Daten aus Intensivstationen. Zukünftige Studien sollten mildere Verläufe und Langzeitfolgen untersuchen.

Fazit
Diese Analyse identifiziert klinische Schlüsselmerkmale der 2019-nCoV-Infektion und unterstreicht die Notwendigkeit frühzeitiger respiratorischer Unterstützung. Die hohe Letalität bei Risikopatienten erfordert gezielte Strategien. Weitere Forschung zu Epidemiologie und Therapie ist dringend erforderlich.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000744

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