Klinische Ergebnisse der ultraschallgesteuerten Hüftgelenkinjektion bei der Behandlung von anhaltenden Schmerzen nach Hüftarthroskopie

Klinische Ergebnisse der ultraschallgesteuerten Hüftgelenkinjektion bei der Behandlung von anhaltenden Schmerzen nach Hüftarthroskopie

Die arthroskopische Hüftchirurgie hat sich in den letzten zehn Jahren zu einer weit verbreiteten Technik entwickelt, die minimalinvasive Lösungen für verschiedene Hüftpathologien bietet. Dennoch bleiben anhaltende postoperative Schmerzen eine bedeutende Herausforderung, die häufig die Patientenergebnisse und die Lebensqualität beeinträchtigen. Diese Studie untersucht die Wirksamkeit der ultraschallgesteuerten intraartikulären Hüftgelenkinjektion bei der Behandlung von anhaltenden Schmerzen nach Hüftarthroskopie und liefert wertvolle Einblicke in ihre klinische Anwendung und Ergebnisse.

Hintergrund und Begründung

Anhaltende Schmerzen nach Hüftarthroskopie sind ein komplexes Problem, das durch multiple Ursachen entstehen kann, darunter unterresezierte femoroacetabuläre Impingements (FAI), verbleibende Labrumrisse, entzündliche Reaktionen sowie rezidivierende oder übersehene strukturelle Pathologien. Während verschiedene Methoden wie Femoralisnervenblockaden, Fascia-iliaca-Blockaden und intraartikuläre Injektionen zur Behandlung von frühen postoperativen Schmerzen vorgeschlagen wurden, gibt es nur begrenzte Forschung zur Behandlung von anhaltenden Schmerzen. Ultraschallgesteuerte Hüftgelenkinjektionen haben sich als vielversprechendes diagnostisches und therapeutisches Instrument erwiesen, insbesondere wenn Entzündungen und Adhäsionen als Hauptursachen für die Schmerzen vermutet werden.

Studiendesign und Methodik

Diese retrospektive Studie umfasste 33 Patienten, die aus 750 aufeinanderfolgenden Personen ausgewählt wurden, die zwischen Januar 2016 und Februar 2019 ultraschallgesteuerte intraartikuläre Injektionen wegen anhaltender Schmerzen nach Hüftarthroskopie erhielten. Die Einschlusskriterien waren:

  1. Patienten, die im Studienkrankenhaus eine Hüftarthroskopie durchgeführt hatten und postoperativ anhaltende Schmerzen aufwiesen.
  2. Patienten, bei denen eine konservative Behandlung über mehr als drei Monate unwirksam war.
  3. Patienten, die aufgrund von anhaltenden Schmerzen ultraschallgesteuerte Hüftgelenkinjektionen erhielten.

Anhaltende Schmerzen wurden definiert als nicht gelinderte oder neu auftretende Schmerzen in Ruhe, bei Aktivität oder bei bestimmten Bewegungen nach Hüftarthroskopie, trotz konservativer Behandlung über mehr als drei Monate. Patienten mit vorherigen Hüftoperationen wurden von der Studie ausgeschlossen.

Alle ultraschallgesteuerten Injektionen wurden von demselben Radiologen unter Verwendung einer standardisierten Technik durchgeführt. Die Einstichstelle wurde mit Povidon-Iod-Lösung vorbereitet, und eine 22-Gauge-Spinalnadel wurde unter Echtzeit-Ultraschallkontrolle in das Hüftgelenk vorgeschoben. Die Nadel zielte auf die anteriore Oberfläche der Verbindung von Schenkelhals und Femurkopf. Sobald die Nadelspitze die Knochenrinde im anterioren Rezessus berührte, wurde ihre intraartikuläre Position durch die Injektion einer Mischung aus 2 ml 2%igem Lidocain und 5 mg Compound-Betamethason, verdünnt auf 10 ml mit physiologischer Kochsalzlösung, bestätigt.

Ergebnisparameter

Patientenberichtete Ergebnisse (PROs) wurden zur Bewertung der Wirksamkeit der Behandlung verwendet. Der modifizierte Harris-Hip-Score (mHHS), der Hip-Outcome-Score–Sport-Specific-Subscale (HOS-SSS) und der Hip-Outcome-Score–Activity of Daily Living (HOS-ADL) wurden vor der Injektion (Baseline), einen Monat nach der Injektion und beim letzten Follow-up erfasst. Die Schmerzscores wurden mittels einer visuellen Analogskala (VAS) vor der Injektion, 10 Minuten nach der Injektion, einen Monat nach der Injektion und beim letzten Follow-up bewertet. Die Patientenzufriedenheit mit dem Endergebnis wurde ebenfalls dokumentiert, wobei die Antworten als „ausgezeichnet“, „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ kategorisiert wurden. Patienten, die „ausgezeichnete“ oder „gute“ Ergebnisse berichteten, wurden als „zufrieden“ eingestuft, während Patienten mit „befriedigenden“ oder „schlechten“ Ergebnissen als „unzufrieden“ klassifiziert wurden.

Statistische Analyse

Die statistische Analyse wurde mit SPSS 22 durchgeführt. Der zweiseitige gepaarte t-Test wurde verwendet, um die Signifikanz der Unterschiede zwischen den PROs vor und nach der Injektion zu bewerten. Kontinuierliche Variablen mit Normalverteilung wurden mit dem unabhängigen t-Test verglichen, während Prozentwerte mit dem Chi-Quadrat-Test verglichen wurden. Ein p-Wert von weniger als 0,05 wurde als statistisch signifikant angesehen.

Ergebnisse

Die Studie umfasste 33 Patienten (19 Männer und 14 Frauen) mit einem Durchschnittsalter von 34,9 Jahren (Spanne: 17–53 Jahre) und einem durchschnittlichen Body-Mass-Index (BMI) von 23,3 kg/m² (Spanne: 18,9–29,4 kg/m²). Das durchschnittliche Intervall zwischen der Primäroperation und der Injektion betrug 10,7 Monate (Spanne: 3–24 Monate), und die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit nach der Injektion betrug 24,1 Monate (Spanne: 12–41 Monate).

Die arthroskopischen Befunde zeigten bei allen 33 Patienten (100%) ein Cam-Impingement, bei 25 Patienten (75,8%) ein Pincer-Impingement, bei 33 Patienten (100%) Labrumrisse und bei einem Patienten (3,0%) ein Ischiofemoral-Impingement-Syndrom. Knorpelschäden wurden ebenfalls beobachtet, mit Outerbridge-I- oder -II-Femurknorpelschäden bei 2 Patienten (6,1%), Outerbridge-II-Azetabulumknorpelschäden bei 5 Patienten (15,2%), Outerbridge-III-Azetabulumknorpelschäden bei 6 Patienten (18,2%) und Outerbridge-IV-Azetabulumknorpelschäden bei 6 Patienten (18,2%).

Schmerz- und funktionelle Ergebnisse

Der durchschnittliche VAS-Schmerzscore sank signifikant von 5,6 ± 1,4 vor der Injektion auf 2,0 ± 1,7 zehn Minuten nach der Injektion. Einen Monat nach der Injektion betrug der durchschnittliche VAS-Score 3,3 ± 2,1, und beim letzten Follow-up lag er bei 2,4 ± 2,2. Der mHHS verbesserte sich von 56,4 ± 10,7 vor der Injektion auf 67,3 ± 12,7 einen Monat nach der Injektion und weiter auf 76,4 ± 11,7 beim letzten Follow-up. Ebenso verbesserte sich der HOS-ADL von 59,1 ± 8,5 vor der Injektion auf 69,1 ± 14,7 einen Monat nach der Injektion und dann auf 80,3 ± 14,3 beim letzten Follow-up. Der HOS-SSS zeigte ebenfalls eine signifikante Verbesserung, von 44,2 ± 17,1 vor der Injektion auf 57,2 ± 23,0 einen Monat nach der Injektion und dann auf 69,6 ± 23,0 beim letzten Follow-up. Alle Veränderungen der Scores zwischen den Zeitpunkten waren statistisch signifikant (p < 0,05).

Patientenzufriedenheit

Beim letzten Follow-up wurden 11 Patienten (33,3%) als „zufrieden“ eingestuft, während 22 Patienten (66,7%) als „unzufrieden“ klassifiziert wurden. In der zufriedenen Gruppe berichteten 3 Patienten (9,1%) „ausgezeichnete“ Ergebnisse und 8 Patienten (24,2%) „gute“ Ergebnisse. In der unzufriedenen Gruppe berichteten 9 Patienten (27,3%) „befriedigende“ Ergebnisse und 13 Patienten (39,4%) „schlechte“ Ergebnisse.

Einflussfaktoren auf die Ergebnisse

Der durchschnittliche BMI war in der zufriedenen Gruppe signifikant höher (25,1 kg/m²) als in der unzufriedenen Gruppe (22,0 kg/m², p < 0,05). Ebenso war das Durchschnittsalter in der zufriedenen Gruppe signifikant höher (41,1 Jahre) als in der unzufriedenen Gruppe (31,9 Jahre, p < 0,05). Es gab jedoch keine signifikanten Unterschiede in der Geschlechterverteilung, den Knorpelschäden oder dem Intervall zwischen Operation und Injektion zwischen den beiden Gruppen.

In der zufriedenen Gruppe betrug der durchschnittliche VAS-Score zehn Minuten nach der Injektion 1,0 ± 1,0, was sich nicht signifikant von dem Score einen Monat nach der Injektion unterschied. Im Gegensatz dazu zeigte die unzufriedene Gruppe einen signifikanten Anstieg des durchschnittlichen VAS-Scores von 2,6 ± 1,7 zehn Minuten nach der Injektion auf 4,4 ± 1,7 einen Monat nach der Injektion (p < 0,05).

Revisionschirurgie

Ein Patient unterzog sich 18 Monate nach der Primäroperation einer Revisionsarthroskopie aufgrund von nicht gelinderten Schmerzen. Die Revisionsoperation zeigte einen Labrumriss und ein verbleibendes FAI, die präoperativ weder durch Ultraschall noch durch MRT identifiziert worden waren. Dieser Patient unterzog sich während der Revisionsoperation einer Labrumreparatur, einer Femurosteoplastie und einer Acetabuloplastie.

Diskussion

Anhaltende Schmerzen nach Hüftarthroskopie werden oft auf unterresezierte FAI, verbleibende Labrumrisse, entzündliche Reaktionen oder rezidivierende strukturelle Pathologien zurückgeführt. Ultraschallgesteuerte Hüftgelenkinjektionen haben sich als sichere und effektive diagnostische und therapeutische Methode zur Behandlung von Hüftgelenkschmerzen erwiesen, insbesondere in Fällen, in denen Entzündungen die Hauptursache sind. In dieser Studie verbesserten sich die mHHS-, HOS-ADL- und HOS-SSS-Scores progressiv im Laufe der Zeit nach der Injektion, was den positiven Einfluss des Verfahrens auf die Patientenergebnisse zeigt.

Die signifikante Reduktion der VAS-Schmerzscores unmittelbar nach der Injektion deutet darauf hin, dass die Injektionen die intraartikuläre Pathologie effektiv behandelten. Der Anstieg der VAS-Scores einen Monat nach der Injektion in der unzufriedenen Gruppe zeigt jedoch, dass die Injektionen bei diesen Patienten keine anhaltende Linderung bewirkten. Dies unterstreicht die Bedeutung der Identifizierung von Patienten, die eher von einer Revisionsoperation als von wiederholten Injektionen profitieren könnten.

Interessanterweise waren ältere Patienten und Patienten mit höherem BMI eher mit den Ergebnissen der Injektionen zufrieden. Dies könnte auf die Herausforderungen zurückzuführen sein, die diese Patienten bei der postoperativen Rehabilitation haben, was die Injektionen zu einer relativ effektiveren Behandlungsoption macht. Darüber hinaus war die unmittelbare Reaktion auf die Injektion, gemessen am VAS-Score zehn Minuten nach der Injektion, ein starker Prädiktor für die langfristige Zufriedenheit.

Schlussfolgerung

Ultraschallgesteuerte Hüftgelenkinjektionen sind eine praktikable und effektive Behandlungsoption für anhaltende Schmerzen nach Hüftarthroskopie, insbesondere bei älteren Patienten, Patienten mit höherem BMI und Patienten, die gut auf intraartikuläre Injektionen ansprechen. Während das Verfahren bei vielen Patienten eine signifikante Schmerzlinderung und funktionelle Verbesserung bietet, benötigen Patienten, die keine anhaltende Linderung erreichen, möglicherweise eine weitere Evaluierung und potenzielle Revisionsoperation. Diese Studie unterstreicht die Bedeutung von individuellen Behandlungsplänen und die Rolle von ultraschallgesteuerten Injektionen bei der Behandlung von komplexen postoperativen Schmerzen.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000002176

Schreibe einen Kommentar 0

Your email address will not be published. Required fields are marked *