Klinische Praxisrichtlinien für implantierbare intravenöse Infusionsports bei Brustkrebs: Praxisrichtlinien der Chinesischen Gesellschaft für Brustchirurgie 2021
Implantierbare intravenöse (IV) Ports sind zu einem wesentlichen Bestandteil im Management von Brustkrebspatientinnen geworden, insbesondere für diejenigen, die eine langfristige Infusion von Chemotherapeutika, hochosmotischen oder viskosen Flüssigkeiten, intravenöser Ernährung oder Blutprodukten benötigen. Die Chinesische Gesellschaft für Brustchirurgie (CSBrS) hat umfassende klinische Praxisrichtlinien entwickelt, um die Anwendung dieser Geräte zu standardisieren und so optimale Behandlungsergebnisse zu gewährleisten sowie Komplikationen zu minimieren. Diese Richtlinien basieren auf umfangreicher Literaturrecherche, Expertenmeinungen und der GRADE-Methodik (Grading of Recommendations Assessment, Development, and Evaluation). Die Zielgruppe dieser Richtlinien umfasst chinesische Spezialisten für Brusterkrankungen, und die Empfehlungen sollen als Referenz für Ärzte dienen, die auf Brustkrebs und verwandte Gebiete spezialisiert sind.
Indikationen für implantierbare IV-Ports
Die primäre Indikation für den Einsatz von implantierbaren IV-Ports liegt bei Brustkrebspatientinnen, die eine langfristige Infusion von Chemotherapeutika, hochosmotischen oder viskosen Flüssigkeiten, intravenöser Ernährung oder Blutprodukten benötigen. Die Richtlinien empfehlen den Einsatz von IV-Ports für diese Patientinnen mit der Evidenzstufe I und der Empfehlungsstärke A. Diese Empfehlung basiert auf den nachgewiesenen Vorteilen von IV-Ports bei der Reduzierung von Komplikationen, die mit wiederholten Venenzugängen verbunden sind, sowie auf der Verbesserung der Lebensqualität von Patientinnen, die sich einer Langzeitbehandlung unterziehen.
Kanalselektion für implantierbare IV-Ports
Die Wahl des Venenzugangs für implantierbare IV-Ports ist entscheidend, um die Sicherheit und Wirksamkeit des Geräts zu gewährleisten. Die Richtlinien empfehlen die Verwendung der Vena subclavia, der Vena jugularis interna oder der Vena basilica als bevorzugte Kanäle für die Platzierung von IV-Ports, mit der Evidenzstufe I und der Empfehlungsstärke A. Diese Venen sind mit geringeren Komplikationsraten und besseren Langzeitergebnissen verbunden. In Fällen, in denen die Vena cava superior verlegt ist oder andere besondere Umstände vorliegen, kann die Vena femoralis als Alternative in Betracht gezogen werden, mit der Evidenzstufe II und der Empfehlungsstärke A.
Katheterspitzenposition in Infusionsports
Die Position der Katheterspitze ist ein entscheidender Faktor für den erfolgreichen Einsatz von implantierbaren IV-Ports. Die Richtlinien empfehlen, dass die Katheterspitze im unteren Drittel der Vena cava superior oder an der Verbindung der Vena cava superior und des rechten Vorhofs platziert wird, beides mit der Evidenzstufe I und der Empfehlungsstärke A. Diese Positionen sind mit einem geringeren Risiko für Komplikationen wie Thrombose und Katheterfehllage verbunden. Die korrekte Positionierung der Katheterspitze ist entscheidend, um die sichere und effektive Verabreichung von Infusionsmedikamenten und Flüssigkeiten zu gewährleisten.
Methoden zur Positionierung der Katheterspitze
Die genaue Positionierung der Katheterspitze wird durch die Verwendung von intraoperativen Röntgenaufnahmen oder postoperativen Thoraxröntgenaufnahmen erreicht, beides mit der Evidenzstufe I und der Empfehlungsstärke A. Die intraoperative EKG-Lokalisierung wird ebenfalls als effektive und wirtschaftliche Methode zur Sicherstellung der korrekten Platzierung der Katheterspitze empfohlen, mit der Evidenzstufe I und der Empfehlungsstärke A. Diese Methoden reduzieren das Risiko einer Fehllage der Katheterspitze und die Notwendigkeit nachfolgender Anpassungen erheblich.
Prävention und Management häufiger Komplikationen
Die Richtlinien bieten detaillierte Empfehlungen zur Prävention und zum Management häufiger Komplikationen, die mit implantierbaren IV-Ports verbunden sind. Zu diesen Komplikationen gehören Pneumothorax, Hämothorax, Luftembolie, fehlgeleitete Arterienpunktion, katheterassoziierte Blutstrominfektionen und katheterassoziierte Thrombosen.
Pneumothorax, Hämothorax, Luftembolie und fehlgeleitete Arterienpunktion
Um diese Komplikationen zu verhindern, empfehlen die Richtlinien die Verwendung von Ultraschalllokalisierung oder intraoperativer ultraschallgeführter Venenpunktion, mit der Evidenzstufe I und der Empfehlungsstärke A. Diese Techniken reduzieren das Risiko einer versehentlichen Punktion benachbarter Strukturen und verbessern die Sicherheit des Eingriffs.
Katheterassoziierte Blutstrominfektionen
Katheterassoziierte Blutstrominfektionen sind ein bedeutendes Problem bei Patientinnen mit implantierbaren IV-Ports. Die Richtlinien empfehlen strikte aseptische Techniken während der Insertion und Pflege der Ports. Der empirische Einsatz von Antibiotika wird empfohlen, bis die Ergebnisse der Arzneimittelempfindlichkeitstests vorliegen, wobei die Auswahl der Antibiotika auf dem identifizierten Erreger basieren sollte. Ist die Behandlung unwirksam, sollte der IV-Port entfernt werden, mit der Evidenzstufe II und der Empfehlungsstärke A.
Katheterassoziierte Thrombosen
Um katheterassoziierte Thrombosen zu verhindern, empfehlen die Richtlinien, wiederholte Punktionen zu vermeiden und die korrekte Positionierung der Katheterspitze sicherzustellen. Sobald eine Thrombose auftritt, ist eine Antikoagulation die bevorzugte Behandlung, mit der Evidenzstufe II und der Empfehlungsstärke A. Eine thrombolytische Therapie wird aufgrund der damit verbundenen Risiken generell nicht empfohlen.
Pflege von Infusionsports
Die ordnungsgemäße Pflege von implantierbaren IV-Ports ist entscheidend, um deren langfristige Funktionalität zu gewährleisten und Komplikationen zu verhindern. Die Richtlinien bieten detaillierte Empfehlungen zur Pflege von IV-Ports, einschließlich der Verwendung von nicht-invasiven Nadeln, der Beurteilung des Katheterrückflusses und der Flussglätte sowie der Verwendung steriler Verbände.
Pflege durch speziell geschulte Fachkräfte im Gesundheitswesen
Die Richtlinien empfehlen nachdrücklich, dass die Pflege von IV-Ports von Fachkräften im Gesundheitswesen durchgeführt wird, die eine spezielle Ausbildung in Infusionstherapie erhalten haben, mit der Evidenzstufe I und der Empfehlungsstärke A. Dies stellt sicher, dass die Ports ordnungsgemäß gepflegt werden und reduziert das Risiko von Komplikationen.
Verwendung von nicht-invasiven Nadeln
Nicht-invasive Nadeln sollten für die Punktion verwendet werden, wobei diese alle sieben Tage ausgetauscht werden sollten, mit der Evidenzstufe I und der Empfehlungsstärke A. Diese Nadeln schützen das Silikonseptum des Injektionssitzes und reduzieren das Risiko einer Beschädigung des Ports.
Beurteilung des Katheterrückflusses und der Flussglätte
Nach der Punktion sollten der Katheterrückfluss und die Flussglätte beurteilt werden, um die ordnungsgemäße Funktion des IV-Ports sicherzustellen, mit der Evidenzstufe I und der Empfehlungsstärke A. Dies hilft, Probleme mit dem Katheter zu identifizieren und ermöglicht ein rechtzeitiges Eingreifen.
Verwendung steriler Verbände
Sterile Verbände sind erforderlich, um die Punktionsstelle abzudecken, wobei sterile transparente Verbände mindestens alle sieben Tage und sterile Gazeverbände mindestens alle zwei Tage gewechselt werden sollten, mit der Evidenzstufe I und der Empfehlungsstärke A. Dies hilft, Infektionen zu verhindern und die Sauberkeit der Portstelle sicherzustellen.
Spülen und Versiegeln des Schlauchs
Die Richtlinien empfehlen das Spülen und Versiegeln des Schlauchs mit Kochsalzlösung oder 100 U/mL Heparin-Kochsalzlösung, mit der Evidenzstufe I und der Empfehlungsstärke A. Dies hilft, die Durchgängigkeit des Katheters aufrechtzuerhalten und verhindert die Bildung von Blutgerinnseln.
Pflege zwischen den Behandlungen
IV-Ports sollten zwischen den Behandlungen mindestens alle vier Wochen gepflegt werden, mit der Evidenzstufe I und der Empfehlungsstärke A. Dies stellt sicher, dass der Port funktionsfähig bleibt und reduziert das Risiko von Komplikationen.
Entfernung von implantierbaren IV-Ports
Implantierbare IV-Ports, die nicht mehr benötigt werden oder für die weitere Verwendung ungeeignet sind, sollten entfernt werden. Nach der Entfernung sollte das Gerät auf Integrität überprüft werden, um sicherzustellen, dass keine Fragmente im Körper der Patientin verbleiben. Die Richtlinien betonen die Bedeutung korrekter Entfernungstechniken, um Komplikationen zu verhindern und die Sicherheit der Patientin zu gewährleisten.
Schlussfolgerung
Die klinischen Praxisrichtlinien für implantierbare intravenöse Infusionsports bei Brustkrebs, die von der Chinesischen Gesellschaft für Brustchirurgie entwickelt wurden, bieten einen umfassenden Rahmen für die sichere und effektive Anwendung dieser Geräte. Die Richtlinien decken alle Aspekte der Verwendung von IV-Ports ab, von den Indikationen und der Kanalselektion bis hin zur Positionierung der Katheterspitze, der Prävention und dem Management von Komplikationen sowie der Pflege. Durch die Befolgung dieser Richtlinien können Fachkräfte im Gesundheitswesen optimale Behandlungsergebnisse für Brustkrebspatientinnen sicherstellen, die eine langfristige Infusionstherapie benötigen. Die Empfehlungen basieren auf der besten verfügbaren Evidenz und dem Expertenkonsens und bieten eine wertvolle Ressource für Ärzte, die auf Brustkrebs und verwandte Gebiete spezialisiert sind.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001522