Kosmetikassoziierte unerwünschte Ereignisse in Südchina: Eine klinische Analyse

Kosmetikassoziierte unerwünschte Ereignisse in Südchina: Eine klinische Analyse

Zusammenfassung
Kosmetika, insbesondere nicht verschreibungspflichtige Hautpflegeprodukte, werden weltweit, einschließlich in China, häufig verwendet. Die zunehmende Verbreitung von Kosmetik hat jedoch zu einem Anstieg unerwünschter Ereignisse geführt. Dazu gehören Hauterythem, Papeln, Pruritus, Trockenheit, Schuppung und Pigmentstörungen. Trotz des gestiegenen Kosmetikgebrauchs in China gibt es nur begrenzte Kenntnisse über die Charakteristika kosmetikassoziierter Nebenwirkungen. Diese Studie zielte darauf ab, klinische Merkmale, beteiligte Produkte, Epikutantestraten und Bildungsniveaus von Patienten mit kosmetikbedingten Nebenwirkungen in Südchina zu untersuchen.

Methoden
In die Studie wurden 341 Patienten eingeschlossen, bei denen zwischen Januar 2015 und Dezember 2017 am Dritten Affiliierten Krankenhaus der Sun-Yat-sen-Universität in Guangzhou eine kontaktallergische Dermatitis durch Kosmetika diagnostiziert wurde. Allgemeine Informationen, Kosmetiknutzung und unerwünschte Ereignisse wurden mittels standardisierter Fragebögen erfasst. Das Studienprotokoll wurde von der Ethikkommission des Krankenhauses genehmigt, und alle Teilnehmer gaben eine schriftliche Einwilligung.

Die Diagnosekriterien folgten den Leitlinien der Nationalen Gesundheitskommission Chinas, einschließlich einer klaren Anamnese von Kosmetikgebrauch vor Symptombeginn, Lokalisation der Hautläsionen entsprechend der Applikationsstellen, Dosis-Wirkungs-Beziehung und laborchemischer Befunde. Nicht-kosmetische Ursachen wurden ausgeschlossen.

Epikutantests wurden mit verdächtigen Kosmetika nach 3-tägiger Antihistaminikapause bzw. 2-wöchiger Pause von Glukokortikoiden durchgeführt. Dabei kam das T.R.U.E. TEST®-System (True Test Technology Inc., USA) zum Einsatz. Die Testsubstanzen wurden am oberen Rücken für 48 Stunden appliziert. Ablesungen erfolgten nach 1, 24, 48 und 72 Stunden. Reaktionen wurden als negativ, fraglich, schwach positiv, stark positiv oder irritativ klassifiziert.

Ergebnisse
Die Mehrheit der Patienten (75,7%) war zwischen 21 und 40 Jahre alt (333 Frauen, 8 Männer). 70,4% hatten einen Hochschulabschluss (41,9% Postgraduierte, 28,5% Bachelorabsolventen). 38,7% (n=132) wiesen eine Allergieanamnese auf (61 kosmetiksensitiv, 71 gegen andere Kontaktstoffe).

Bei 325 Fällen lagen gemäß nationalen Kriterien kosmetikbedingte Nebenwirkungen vor, bei 16 Fällen ergab die klinische Beurteilung eine kosmetikassoziierte Ursache. Die häufigste Nebenwirkung war Kontaktdermatitis (93,3%, n=318), gefolgt von Rosazea und perioraler Dermatitis (3,5%, n=12). Akne, Haarschäden und Cheilitis traten bei 0,9% (n=3) auf. Produktstreitigkeiten wurden nicht berichtet.

Insgesamt wurden 646 Kosmetika identifiziert (372 inländische, 261 importierte Produkte). Bei 31,4% (n=107) der Fälle war die Mischung verschiedener Kosmetika ursächlich: 34,6% (n=37) nutzten Produkte derselben Marke, 65,4% (n=70) kombinierten unterschiedliche Marken.

Epikutantests bei 71 Patienten mit Kontaktdermatitis zeigten 41 positive (57,7%), 13 fragliche und 17 negative Ergebnisse. Im Vergleich zu früheren Daten (2007: 200 Fälle; 2008: 240 Fälle) sank die Inzidenz bis 2017. Personen mit höherem Bildungsniveau waren überproportional betroffen.

Diskussion
Die klinische Manifestation kosmetikbedingter Nebenwirkungen variiert stark, weshalb eine umfassende Anamnese essenziell ist. Kontaktdermatitis dominierte, was frühere Studien bestätigen. Risikofaktoren waren die Anzahl täglich verwendeter Produkte, Nutzungshäufigkeit und Mischung verschiedener Kosmetika oder deren Kombination mit Wasser/Speichel. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, die Kosmetikanamnese in der Diagnostik stärker zu berücksichtigen.

Trotz des höheren Marktanteils inländischer Produkte in China waren diese häufiger mit Nebenwirkungen assoziiert als Importware. Dies deutet auf unzureichende Qualitätskontrollen hin und unterstreicht den Bedarf an strengerer regulatorischer Überwachung.

Schlussfolgerung
Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse zu kosmetikassoziierten Nebenwirkungen in Südchina. Höhere Bildung korrelierte mit erhöhtem Risiko, vermutlich aufgrund stärkerer Nutzung von Kosmetika in dieser Gruppe. Die Ergebnisse betonen die Notwendigkeit verbesserter Aufklärung, standardisierter Diagnostik und verschärfter Regulierung inländischer Kosmetikprodukte.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000371

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