Laparoskopische Sakrokolpopexie zur Behandlung des Beckendorganprolaps

Laparoskopische Sakrokolpopexie zur Behandlung des Beckendorganprolaps: eine prospektive Beobachtungskohorte mit einer Nachbeobachtungszeit von über 7 Jahren

Hintergrund
Der Beckendorganprolaps (POP) ist eine häufige Beckenbodenstörung bei älteren Frauen und beeinträchtigt ihre gesundheitsbezogene Lebensqualität erheblich. Mit zunehmender weiblicher Lebenserwartung hat sich der POP zu einem bedeutenden Gesundheitsproblem entwickelt. Die laparoskopische Sakrokolpopexie (LSC) ist ein etabliertes netzbasiertes chirurgisches Verfahren zur Behandlung schwerer Prolapsformen und zeichnet sich durch hohe Heilungsraten und geringe Komplikationsraten aus. Dennoch sind die Langzeitwirkung, Komplikationen und Beckenbodenbeschwerden nach LSC nicht umfassend untersucht. Bisherige Studien mit Nachbeobachtungszeiten bis zu 5 Jahren litten unter retrospektiven Designs, heterogenen Follow-up-Zeiten oder inkonsistenter Ergebnisbewertung.

Methoden
Diese prospektive Beobachtungskohortenstudie mit einer Nachbeobachtungszeit von über 7 Jahren wurde von der Ethikkommission des Peking Union Medical College Hospitals genehmigt; alle Teilnehmerinnen gaben eine informierte Einwilligung. Die LSC-Kohorte wurde 2009 etabliert, wobei 85 Patientinnen bis 2014 eingeschlossen wurden. Allgemeine Patientendaten wurden während des Krankenhausaufenthalts aus medizinischen Unterlagen entnommen, verifiziert und in eine elektronische Datenbank übertragen. Langzeitergebnisse nach der Operation, einschließlich anatomischer und symptomatischer Versagensraten sowie netzassoziierter Komplikationen, wurden analysiert.

Die Kaplan-Meier-Analyse diente zur Schätzung der Überlebenskurven für LSC-Versagen und Mesh-Exposition. Fehlende Daten wurden ausgeschlossen, und die statistische Auswertung erfolgte mittels SPSS Version 22.0. Von den 85 Patientinnen absolvierten 74 (87,1 %) ein Follow-up von über 7 Jahren (median 8,4 Jahre; Bereich: 7,0–12,9 Jahre). Vier Patientinnen (4,7 %) hatten bereits eine POP-Operation hinter sich.

Ergebnisse
Nach einem medianen Follow-up von 8,4 Jahren betrug die geschätzte kombinierte Versagensrate 24,1 % (95 %-KI: 9,2–42,9 %), die anatomische Versagensrate 16,8 % (95 %-KI: 3,4–38,9 %) und die symptomatische Versagensrate 14,3 % (95 %-KI: 2,3–36,8 %). Lediglich eine Patientin benötigte einen Reingriff (Reinterventionsrate: 1,4 %). Bei den meisten Fällen von Versagen wurde eine konservative Therapie gewählt. Die häufigsten Komplikationen waren Mesh-Exposition und de-novo-Harninkontinenz.

Die kumulative Mesh-Expositionsrate stieg kontinuierlich an: 5,0 % nach 3 Monaten (95 %-KI: 0–32,5 %), 8,8 % nach 1 Jahr (95 %-KI: 0,6–31,4 %), 11,3 % nach 3 Jahren (95 %-KI: 1,5–32,2 %), 15,3 % nach 5 Jahren (95 %-KI: 3,6–34,4 %), 16,6 % nach 8,4 Jahren (95 %-KI: 4,5–35,2 %) und 20,9 % nach 10 Jahren (95 %-KI: 5,5–43,0 %). Bei 14 Patientinnen mit Mesh-Exposition lag die mediane Zeit bis zur Exposition bei 11 Monaten (Bereich: 1–113 Monate). Fünf Patientinnen (35,7 %) waren asymptomatisch; bei neun (64,3 %) traten Symptome wie Blutungen (9,4 %), vaginaler Ausfluss (3,5 %) oder chronische Schmerzen (5,9 %) auf. Die Exposition befand sich meist im Scheidenstumpf (12/14, 85,7 %). Die Behandlung umfasste die Exzision des exponierten Mesh und topische Östrogentherapie. Nur drei Patientinnen (4,1 %) benötigten eine vollständige Mesh-Entfernung unter Anästhesie.

De-novo-Harninkontinenz trat bei 14 Patientinnen (18,9 %) auf, wobei keine chirurgische Intervention erforderlich war (alle Fälle laut Ingelman-Sundberg-Score mild). Eine Patientin litt unter persistierenden Beckenschmerzen (VAS-Score: 3) und erhielt Physiotherapie.

Diskussion
Die Ergebnisse bestätigen die langfristige Wirksamkeit der LSC, insbesondere bei mittleren Beckenbodenstörungen. Die subjektive Zufriedenheitsrate lag bei 91,9 %. Die steigende Mesh-Expositionsrate über die Zeit unterstreicht die Notwendigkeit langfristiger Nachsorge. Die Studie weist Stärken wie prospektives Design, lange Nachbeobachtung und standardisierte präoperative Evaluation mittels validierter Fragebögen (PFDI-20, PFIQ-7) auf. Limitierungen sind der monozentrische Ansatz und die begrenzte Fallzahl.

Im Vergleich zur CARE-Studie (22 % anatomisches Versagen nach 5 Jahren) waren die Versagensraten ähnlich, die Reoperationsrate jedoch geringer (1,4 % vs. 5,4 %). Die höhere Mesh-Expositionsrate (16,8 % vs. 1,3–12,9 %) lässt sich durch das längere Follow-up erklären.

Schlussfolgerung
Die LSC ist eine effektive und dauerhafte Therapieoption für POP mit anhaltender anatomischer und symptomatischer Verbesserung über 7 Jahre postoperativ. Die zunehmende Mesh-Exposition erfordert jedoch langfristiges Monitoring. Die Ergebnisse liefern wertvolle Erkenntnisse für das Management von POP und unterstützen den fortgesetzten Einsatz der LSC.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000002835

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