Leistungsfähigkeit des Lateral-Flow-Tests in der Bronchoalveolären Lavage-Flüssigkeit zur schnellen Diagnose nicht-neutropenischer invasiver pulmonaler Aspergillose
Die invasive pulmonale Aspergillose (IPA) ist eine schwerwiegende Pilzinfektion, insbesondere bei immungeschwächten Patienten. Die Diagnose bleibt jedoch aufgrund der Grenzen aktueller Methoden wie des Galactomannan (GM)-Tests, der hohe Raten falsch-negativer und falsch-positiver Ergebnisse aufweist, herausfordernd. Ein neuartiger Lateral-Flow-Test (LFD) zum Nachweis von Aspergillus-Antigenen bietet eine schnellere und praktischere Alternative. Diese Studie evaluiert die Leistung des Aspergillus-LFD (AspLFD) in der Diagnostik nicht-neutropenischer IPA und liefert wertvolle Erkenntnisse zu seiner klinischen Anwendbarkeit.
Methodik
Die Studie wurde in der Abteilung für Atmungs- und Intensivmedizin des Jinling-Krankenhauses in Nanjing, China, durchgeführt und von der Ethikkommission genehmigt. Alle Teilnehmer gaben eine informierte Einwilligung. Es wurden 136 Bronchoalveoläre Lavage-Flüssigkeit (BALF)-Proben von 136 Patienten (76 Männer, 60 Frauen; medianes Alter 54,9 Jahre) mit Verdacht auf nicht-neutropenische IPA analysiert. Die Proben wurden in zwei Gruppen unterteilt: 41 als IPA (8 gesicherte, 33 wahrscheinliche Fälle) und 95 als Nicht-IPA (inklusive bakterieller Infektionen, Tuberkulose und Krebs). Von diesen wurden 33 IPA- und 47 Nicht-IPA-Proben zusätzlich mittels GM-Test untersucht.
Die Bronchoskopie folgte dem Standardprotokoll des chinesischen Konsensus zu BALF bei pulmonalen Infektionen. Zielbronchi wurden mittels Computertomographie lokalisiert, und 30–50 ml Kochsalzlösung wurden dreifach injiziert. Die BALF-Proben wurden bei 3000 g für 10 Minuten zentrifugiert. Der GM-ELISA (Schwellenwert 0,7) wurde direkt durchgeführt; restliche Proben wurden bei -80°C für den AspLFD gelagert. Für den AspLFD wurden 70 µL BALF aufgetragen, und Ergebnisse nach 15–30 Minuten abgelesen. Die Auswertung erfolgte verblindet.
Ergebnisse
Der AspLFD zeigte eine Sensitivität von 73,2 % (30/41) und eine Spezifität von 74,7 % (71/95). Der positive prädiktive Wert betrug 55,6 % (30/54), der negative prädiktive Wert 86,6 % (71/82). Die diagnostische Odds Ratio lag bei 8,1. Allerdings wies der AspLFD bei Patienten mit aktiver Tuberkulose eine höhere falsch-positive Rate auf (37,5 % [6/16] vs. 22,8 % [18/79] bei anderen Nicht-IPA-Fällen).
Im Vergleich zum GM-Test war die Sensitivität des AspLFD höher (78,8 % vs. 69,7 %), die Spezifität jedoch niedriger (70,2 % vs. 83,0 %). Die ROC-Analyse ergab eine AUC von 0,775 für den AspLFD und 0,860 für den GM-Test, was auf eine ähnliche diagnostische Wertigkeit hinweist.
Die Kombination beider Tests erhöhte die Spezifität auf 93,6 % (vs. 83,0 % für GM allein) bei ähnlicher Sensitivität (60,6 % vs. 69,7 %). Ein positiver Befund in mindestens einem Test steigerte die Sensitivität auf 90,1 %, reduzierte jedoch die Spezifität auf 59,6 %. Dies unterstreicht den Nutzen des AspLFD zur Ausschluss- oder Bestätigungsdiagnostik in Kombination mit dem GM-Test.
Diskussion
Die hohe falsch-positive Rate des AspLFD bei Tuberkulosepatienten könnte auf eine vermehrte Aspergillus-Besiedlung zurückzuführen sein. Kliniker sollten daher patientenbezogene Faktoren und weitere Diagnosekriterien berücksichtigen. Der AspLFD bietet eine schnelle, einfache Methode zur IPA-Diagnostik, insbesondere bei nicht-neutropenischen Patienten, und ergänzt den GM-Test effektiv. Seine Einführung in die Routinediagnostik könnte das Management von Aspergillose-Fällen verbessern.
Schlussfolgerung
Der AspLFD ist eine vielversprechende Option für die schnelle Diagnose nicht-neutropenischer IPA. Seine Kombination mit dem GM-Test optimiert die diagnostische Genauigkeit und könnte zukünftig eine Schlüsselrolle in der klinischen Praxis spielen.
Interessenkonflikte
Die Autoren erklären keine Interessenkonflikte.
Finanzierung
Diese Studie wurde durch Zuschüsse der National Natural Science Foundation of China (81770031, 81970028) unterstützt.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000000781