Merkmale der intraossären Vaskularität des Hamatums und deren möglicher Zusammenhang mit dem avaskulären Risiko bei Hamatumfrakturen

Merkmale der intraossären Vaskularität des Hamatums und deren möglicher Zusammenhang mit dem avaskulären Risiko bei Hamatumfrakturen

Hamatumsfrakturen sind unter den Karpalafrakturen relativ selten, können jedoch zu erheblichen Komplikationen führen, wenn sie nicht adäquat diagnostiziert und behandelt werden. Verzögerte Knochenheilung oder Pseudarthrosen, insbesondere bei Frakturen des Hamulus ossis hamati, verursachen persistierende Schmerzen, verminderte Griffstärke und schwerwiegende Komplikationen wie Sehnenrupturen oder Schädigungen des Nervus ulnaris. Das Verständnis der intraossären Vaskularität des Hamatums ist entscheidend, um intraoperative Gefäßschäden zu minimieren und das avaskuläre Risiko unterschiedlicher Frakturtypen einzuschätzen.

Die vorliegende Studie untersuchte die intraossären Arterien des Hamatums mittels Mikro-CT-Angiographie und analysierte retrospektiv klinische Fälle, um den Zusammenhang zwischen der Vaskularität und dem Heilungsrisiko zu evaluieren.

Methodik

Sechs Hamatum-Präparate von Leichen wurden mittels Bleimennige (Pb₃O₄)-Mikro-CT-Angiographie untersucht. Die A. brachialis der Präparate wurde mit Pb₃O₄-Suspensionen injiziert, gefolgt von Mikro-CT-Scans und 3D-Rekonstruktionen der Gefäßarchitektur. Zusätzlich wurden 127 Hamatumfrakturen (Behandlungszeitraum: März 2003–Juni 2017) am Beijing Jishuitan Hospital retrospektiv analysiert. Die Frakturen wurden in vier Typen klassifiziert:

  1. Transversale/proximale Polfrakturen,
  2. Frakturen des medialen Tuberculums,
  3. Dorsale koronale Körperfrakturen,
  4. Hamulusfrakturen.

Die Heilungsraten wurden anhand von Nachuntersuchungen ausgewertet.

Ergebnisse

Intraossäre Vaskularität des Hamatums
Die Mikro-CT-Angiographie zeigte, dass die Gefäßkanäle primär an fünf Lokalisationen auftraten: dorsale und volare nicht-artikuläre Flächen, radiale und ulnare nicht-artikuläre Flächen sowie der Hamulus. In 27,5% der Kanäle fehlten Arterien. Die Hauptversorgung stammte von der dorsalen (1–3 Stammarterien) und volaren (1–2 Stammarterien) Oberfläche. Diese bildeten arterielle Bögen zur Versorgung proximaler Anteile. Die Hamatumkörper-Vaskularität konzentrierte sich auf den radialen Teil, während der Hamulus vornehmlich von der volaren Oberfläche versorgt wurde. Im mittleren Hamulusbereich war die Durchblutung limitiert, was das Pseudarthroserisiko erhöht.

Frakturergebnisse
Die Gesamtheilungsrate betrug 92,6% (87/94 Fälle). Hamulusfrakturen wiesen eine signifikant höhere Pseudarthroserate auf. Drei Gefäßmuster des Hamulus wurden identifiziert:

  1. Muster 1 (4/6 Präparate): Einzelne, dünnere Arterie an der volaren Oberfläche, begleitet von kleineren Ästen an der Spitze.
  2. Muster 2 (1/6): Zwei volare Stammarterienäste.
  3. Muster 3 (1/6): Minimale volare Versorgung, Hauptarterie vom ulnaren Spitzenbereich.

Frakturen im mittleren Hamulusbereich zeigten aufgrund der reduzierten Vaskularität die schlechteste Prognose.

Diskussion

Die dorsale Vaskularität könnte dominanter sein als bisher angenommen, mit signifikant mehr arteriellen Eintrittspunkten. Trotz limitierter Durchblutung im proximalen Hamatumkörper führten transversale/proximale Polfrakturen häufig zur Ausheilung, vermutlich aufgrund ligamentärer Stabilisierung. Für Hamulusfrakturen unterstreichen die Ergebnisse die Notwendigkeit einer schonenden Operationstechnik, um verbleibende Gefäßäste zu erhalten.

Schlussfolgerung

Die intraossäre Vaskularität des Hamatums korreliert eng mit dem avaskulären Risiko spezifischer Frakturtypen. Chirurgische Strategien sollten gefäßschonend sein, insbesondere bei Hamulusfrakturen. Weitere Studien sind erforderlich, um den Einfluss von Alter, Geschlecht und Seitenlage zu klären.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000417

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