Prävalenz von Akne bei chinesischen Hochschulstudierenden und ihre Zusammenhänge

Prävalenz von Akne bei chinesischen Hochschulstudierenden und ihre Zusammenhänge mit sozialen Determinanten und der Lebensqualität

Akne vulgaris, eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, gilt global als die achtthäufigste Krankheit. Über 85 % der Jugendlichen sind zeitweise betroffen, wobei erhebliche physische und psychische Auswirkungen auftreten. Bei Hochschulstudierenden führt der rezidivierende Charakter der Akne sowie mögliche Narben oder postinflammatorische Hyperpigmentierungen zu zusätzlichem Stress. Während in China zahlreiche Studien zu Akne bei Jugendlichen durchgeführt wurden, basieren diese meist auf Krankenhausdaten und weisen eine Selektionsverzerrung zugunsten schwerer Fälle auf. Um diese Lücke zu schließen, wurde eine bevölkerungsbasierte Querschnittsstudie durchgeführt, um die Prävalenz mittelschwerer bis schwerer Akne bei chinesischen Studierenden zu schätzen und Zusammenhänge mit sozialen Determinanten sowie der Lebensqualität (LQ) zu bewerten.

Studiendesign und Methodik

Die Studie, genehmigt durch die Ethikkommissionen der Huazhong-Universität für Wissenschaft und Technologie und des Xiangya-Krankenhauses der Zentralen Süd-Universität, nutzte ein Cluster-Stichprobenverfahren. Fünf Universitäten in verschiedenen geografischen Regionen – Changsha, Wuhan, Xiamen, Ürümqi und Hohhot – wurden ausgewählt. Erstsemester nahmen zwischen September und Oktober 2018 an einer Gesundheitsuntersuchung und einem Online-Fragebogen teil. Insgesamt wurden 20.138 Studierende (74,3 % von 27.114 Registrierten) in die finale Kohorte eingeschlossen.

Geschulte Dermatologen klassifizierten den Akne-Schweregrad mittels des Pillsbury-Grading-Systems: Grad 1 (mild), Grad 2–3 (mittel) und Grad 4 (schwer). Mittelschwere bis schwere Akne diente als primärer Endpunkt. Soziale Determinanten wie Region, Geschlecht, Ethnizität, jährliches Haushaltseinkommen und Body-Mass-Index (BMI) wurden erfasst. Die psychische Gesundheit und LQ wurden mit validierten Instrumenten bewertet: Generalized Anxiety Disorder-2 (GAD-2), Patient Health Questionnaire-2 (PHQ-2) und European Quality of Life-5 Dimensions (EQ-5D). Gesundheitsnutzenwerte wurden aus EQ-5D-Antworten mittels präferenzbasierter Gewichte abgeleitet.

Statistische Analysen verwendeten zweistufige logistische Modelle (Studierende innerhalb von Städten gruppiert), um Zusammenhänge zwischen Akne und Demografie zu prüfen. Lineare Modelle, adjustiert für Störfaktoren, untersuchten Beziehungen zu psychischer Gesundheit und LQ. Alle Analysen erfolgten mit SAS 9.4; Signifikanzniveau: p < 0,05.

Hauptergebnisse

Prävalenz und demografische Korrelate

Die Prävalenz mittelschwerer bis schwerer Akne betrug 10,4 % (2.087/20.138). Es zeigten sich deutliche regionale Unterschiede: Die höchste Prävalenz wiesen Studierende aus Nordchina auf (12,8 %), gefolgt von Nordost- (12,5 %), Zentral- (10,6 %), Süd- (10,2 %), Südwest- (9,8 %), Ost- (9,3 %) und Nordwestregionen (9,1 %) (χ² = 39,645; p < 0,001).

Geschlechterunterschiede waren ausgeprägt: Männer wiesen eine Prävalenz von 13,4 % gegenüber 7,2 % bei Frauen auf (χ² = 203,861; p < 0,001). Die multivariable Analyse bestätigte weibliches Geschlecht als protektiv (adjustierte Odds Ratio [aOR]: 0,47; 95 %-KI: 0,42–0,52; p < 0,001). Studierende aus Nordchina hatten höhere Odds für Akne im Vergleich zu anderen Regionen (aOR-Bereich: 0,61 [Osten] bis 0,66 [Nordwesten]; alle p < 0,05).

Der BMI unterschied sich signifikant zwischen Akne-Gruppen (21,56 ± 3,67 kg/m² bei mittelschwerer/schwerer vs. 21,23 ± 3,53 kg/m² bei milder/keiner Akne; t = -4,963; p < 0,001). Dieser Zusammenhang verschwand jedoch nach Adjustierung (aOR: 1,01; 95 %-KI: 0,99–1,02; p = 0,112). Ethnizität (Han vs. Nicht-Han) und Einkommen zeigten keine signifikanten Assoziationen.

Psychische Gesundheit und Lebensqualität

Entgegen den Erwartungen wies mittelschwere bis schwere Akne keinen signifikanten Einfluss auf psychische Gesundheit oder LQ auf. Medianwerte für GAD-2 und PHQ-2 waren gruppenübergreifend identisch (GAD-2: 0 [IQR 0–2]; PHQ-2: 0 [IQR 0–2]). Adjustierte Modelle zeigten keine Zusammenhänge mit Angst (b = -0,015; SE = 0,028; p = 0,604), Depression (b = -0,012; SE = 0,029; p = 0,670) oder Gesundheitsnutzen (b = 0,002; SE = 0,002; p = 0,141).

EQ-5D-Antworten ergaben marginale Unterschiede: Die mittelschwere/schwere Gruppe berichtete weniger Schmerzen/Beschwerden (5,2 % vs. 6,4 %; χ² = 4,397; p = 0,036) und einen minimal höheren Gesundheitsnutzenwert (0,97 ± 0,06 vs. 0,97 ± 0,07; t = -2,011; p = 0,044). Diese Unterschiede waren klinisch nicht relevant.

Diskussion

Geografische und geschlechtsspezifische Disparitäten

Das Nord-Süd-Gefälle könnte auf klimatische und ernährungsbedingte Faktoren zurückgehen: Trockenes Klima, Luftverschmutzung und hochglykämische Ernährung (z. B. weizenbasierte Nudeln) in Nordchina können die Talgproduktion und Entzündungen fördern. Feuchte südliche Regionen mit Reis-basierter Ernährung wirken möglicherweise protektiv.

Die höhere Prävalenz bei Männern steht im Einklang mit hormonellen Profilen (höhere Androgene) und Lebensstilfaktoren (unzureichende Hautpflege). Die niedrigere Prävalenz bei Frauen könnte auf frühere Arztkonsultationen bei milderen Fällen zurückzuführen sein.

BMI und Akne: Ein komplexer Zusammenhang

Die initiale BMI-Korrelation verschwand nach Adjustierung, möglicherweise aufgrund begrenzter BMI-Variabilität in der Kohorte (Durchschnitt ~21 kg/m²). Dies kontrastiert mit Studien, die Adipositas mit Insulinresistenz und erhöhtem IGF-1 assoziieren.

Paradoxon bei psychischer Gesundheit und LQ

Das Fehlen psychosozialer Auswirkungen steht im Gegensatz zu klinikbasierten Studien. Ursächlich könnten Selektionseffekte (mildere Fälle in bevölkerungsbasierten Kohorten) sowie Deckeneffekte des EQ-5D (mittlerer Nutzenwert ≥ 0,97) sein.

Stärken und Einschränkungen

Als größte bevölkerungsbasierte Akne-Studie Chinas liefert diese Arbeit robuste Prävalenzschätzungen ohne Zugangsbias. Die Querschnittsdesign begrenzt jedoch kausale Rückschlüsse. Die Generalisierbarkeit auf Nicht-Studierende ist ungewiss.

Fazit

Mittelschwere bis schwere Akne betrifft 10 % der chinesischen Hochschulstudierenden, mit ausgeprägten regionalen und geschlechtsspezifischen Disparitäten. Obwohl Männer und Nordchina-Bewohner ein erhöhtes Risiko tragen, ist der Einfluss auf psychische Gesundheit und LQ in dieser Kohorte minimal. Zukünftige Studien sollten Längsschnittdesigns und dermatologiespezifische LQ-Instrumente nutzen, um die psychosoziale Belastung genauer zu erfassen.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000001292

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