Reanimationsmaßnahmen im Kreißsaal und kurzfristige Ergebnisse bei extrem frühgeborenen Kindern und Kindern mit extrem niedrigem Geburtsgewicht: Eine multizentrische Studie in Nordchina
Extrem frühgeborene Kinder (EPI, Gestationsalter [GA] <28 Wochen) und Kinder mit extrem niedrigem Geburtsgewicht (ELBWI, Geburtsgewicht [BW] <1000 g) stellen aufgrund ihres hohen Risikos für Komplikationen, Mortalität und langfristige neurodevelopmentalle Beeinträchtigungen eine besondere Herausforderung in der Neonatologie dar. Trotz medizinischer Fortschritte bleiben die gesundheitlichen Risiken für diese Kinder erheblich. Diese Studie zielte darauf ab, die Reanimationspraktiken im Kreißsaal sowie die kurzfristigen Ergebnisse von EPI und ELBWI in Nordchina zu evaluieren, mit Fokus auf Überlebensraten, bronchopulmonale Dysplasie (BPD) und damit verbundene Risikofaktoren.
Die Studie wurde zwischen Januar 2017 und Dezember 2018 in 33 neonatologischen Intensivstationen (NICUs) in Nordchina durchgeführt, darunter 30 tertiäre und drei sekundäre Krankenhäuser. Klinische Daten von 952 Frühgeborenen mit einem GA <28 Wochen oder BW <1000 g, die innerhalb von 72 Stunden nach der Geburt aufgenommen wurden, wurden analysiert. Kinder mit letalen angeborenen Anomalien oder angeborenen Stoffwechselerkrankungen wurden ausgeschlossen. Primäre Endpunkte waren Reanimationsmaßnahmen im Kreißsaal, insbesondere Intubationen (DRI), sekundäre Endpunkte umfassten Überlebensraten, BPD-Inzidenz und Risikofaktoren.
Die Kohorte von 952 Kindern (52,3 % männlich) hatte einen mittleren GA von 27,7 Wochen und ein mittleres BW von 938 g. Die Kinder wurden in drei Gruppen unterteilt: <28 Wochen und <1000 g (n=380), <28 Wochen und ≥1000 g (n=273) sowie ≥28 Wochen und <1000 g (n=299). Insgesamt erhielten 55,9 % der Säuglinge eine DRI, 12,5 % benötigten Thoraxkompressionen und 7,0 % erhielten Adrenalin. Die DRI-Rate war bei Kindern mit GA <28 Wochen und BW <1000 g (69,5 %) signifikant höher als in den anderen Gruppen. Multivariate Analysen identifizierten GA <28 Wochen, BW <1000 g, pränatale Infektionen und Zangengeburt als signifikante Risikofaktoren für DRI.
Die Gesamtüberlebensrate betrug 65,9 % (627 Entlassungen nach ärztlicher Empfehlung). 241 Kinder (25,3 %) verstarben stationär, 84 (8,8 %) wurden gegen ärztlichen Rat entlassen. Die Überlebensrate korrelierte mit dem GA: Kinder <28 Wochen hatten niedrigere Raten. Die mittlere Hospitalisierungsdauer betrug 69,6 Tage, das mediane Sterbealter 3,0 Tage. Verstorbene Kinder wiesen höhere Raten an DRI, mechanischer Beatmung (MV), schwerem Atemnotsyndrom (RDS) und Lungenblutungen auf, was auf einen Zusammenhang zwischen früher Mortalität und schweren respiratorischen Komplikationen hinweist.
Die BPD-Inzidenz bei Entlassenen lag bei 29,3 %. Univariate Analysen zeigten, dass BPD-Kinder einen geringeren GA/BW, höhere DRI-, RDS- und Lungenblutungsraten sowie längere MV benötigten. Multivariate Analysen identifizierten männliches Geschlecht, DRI, RDS mit ≥2 Surfactant-Dosen (PS) und MV ≥7 Tage als Risikofaktoren. Höheres BW, antenatale Steroide (ANS) und PS-Gabe im Kreißsaal waren protektiv.
Die Studie unterstreicht die Bedeutung optimierter Reanimationsstrategien zur Reduktion von Lungenschäden. Nicht-invasive Beatmung (NIV) und PS-Therapie im Kreißsaal reduzierten BPD-Risiken. Perinatale Maßnahmen wie ANS-Gabe und Management mütterlicher Infektionen sind entscheidend, um DRI zu vermeiden und die Überlebensrate zu verbessern.
Die Ergebnisse liefern wichtige Einblicke in das Management von EPI/ELBWI in Nordchina. Die Überlebensrate von 65,9 % und BPD-Inzidenz von 29,3 % sind vergleichbar mit früheren Studien, zeigen jedoch Verbesserungsbedarf bei der Reduktion invasiver Reanimation und respiratorischer Komplikationen. Die multizentrische Design und große Stichprobe erhöhen die Generalisierbarkeit der Daten.
Zusammenfassend betont diese Studie die Notwendigkeit, Reanimationsprotokolle und perinatale Versorgung an die Bedürfnisse von EPI/ELBWI anzupassen, um Mortalität und Langzeitmorbidität zu senken. Zukünftige Forschung sollte Strategien zur Qualitätssteigerung der neonatologischen Versorgung, insbesondere in ressourcenbeschränkten Settings, priorisieren.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001499