Rezidivierende generalisierte pustulöse Psoriasis möglicherweise ausgelöst durch Apremilast

Rezidivierende generalisierte pustulöse Psoriasis möglicherweise ausgelöst durch Apremilast

Die generalisierte pustulöse Psoriasis (GPP) ist eine seltene, lebensbedrohliche Hauterkrankung, die durch rezidivierende Episoden von Pustelbildung gekennzeichnet ist. Apremilast, ein Phosphodiesterase-4(PDE4)-Inhibitor, wird zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis eingesetzt. Dieser Fallbericht beschreibt eine rezidivierende GPP, die möglicherweise durch Apremilast ausgelöst wurde, und unterstreicht die Notwendigkeit, Dermatologen auf diese potenzielle Nebenwirkung hinzuweisen.

Ein 33-jähriger Mann mit 10-jähriger Anamnese einer GPP und Psoriasis vulgaris befand sich unter Therapie mit Infliximab oder Adalimumab seit zwei Jahren in Remission. Nach Beginn einer Apremilast-Therapie (stufenweise Dosierung: 10 mg am Tag 1, 10 + 10 mg am Tag 2, 10 + 20 mg am Tag 3, 20 + 20 mg am Tag 4, 20 + 30 mg am Tag 5) entwickelten sich 2–3 mm große sterile Pusteln auf schmerzhaften, erythematösen Hautarealen am gesamten Körper.

Die klinische Untersuchung zeigte ein Erythem mit feiner Schuppung an 70 % der Körperoberfläche. Die Pusteln traten an den Rändern sich ausdehnender erythematöser Plaques oder auf erythematöser Haut auf. Laborbefunde ergaben Leukozytose (17,24 × 10^9/L Leukozyten; Neutrophile: 14,36 × 10^9/L), Hämoglobin 144 g/L, Thrombozyten 244 × 10^9/L, Alaninaminotransferase 24 IU/L, Aspartataminotransferase 17 IU/L, hochsensitives C-reaktives Protein 74,34 mg/L, Blutsenkungsgeschwindigkeit 36 mm/h, Interleukin(IL)-6 80,7 pg/mL, Tumornekrosefaktor(TNF)-α 7,0 pg/mL und Proteinurie (0,3 g/L). Der Schweregrad-Score für GPP betrug 8 (5 Punkte für Hautsymptome; 3 Punkte für Allgemeinsymptome und Laborwerte).

Eine genetische Analyse des IL36RN-Gens zeigte eine heterozygote Mutation (c.115+6T>C), jedoch keine Mutation in c.227C>T. Der Patient erhielt Adalimumab (80 mg initial, gefolgt von 40 mg alle zwei Wochen) und erreichte innerhalb von acht Wochen eine vollständige Remission.

Paradoxe Reaktionen unter Biologika, z. B. Anti-TNF-α-Agenten, Ustekinumab oder Secukinumab, sind beschrieben. PDE4 katalysiert den Abbau von zyklischem Adenosinmonophosphat (cAMP) in Entzündungszellen, wodurch proinflammatorische Zytokine wie TNF-α reduziert und antiinflammatorische Mediatoren wie IL-10 erhöht werden. Studien an humanen mononukleären Zellen zeigen, dass Apremilast die TNF-α-Produktion (IC₅₀: 0,110 mmol/L) hemmt, jedoch die IL-6- und IL-10-Expression bei höheren Konzentrationen (1–10 mmol/L) stimuliert. Dies deutet auf eine dosisabhängige, möglicherweise dysregulierte Immunantwort hin.

Die heterozygote IL36RN-c.115+6T>C-Mutation erhöht das GPP-Risiko und könnte die Pathogenese begünstigt haben. Umweltfaktoren oder Medikamente (z. B. PDE4-Inhibitoren) können bei genetisch prädisponierten Patienten GPP-Schübe auslösen. Der genaue Mechanismus paradoxer Reaktionen unter Apremilast bleibt unklar, möglicherweise bedingt durch cAMP/PKA-Signalweg-Modulation und Zytokin-Dysbalance.

Dieser Fall unterstreicht die Seltenheit, aber klinische Relevanz Apremilast-induzierter GPP-Schübe. Eine frühzeitige Diagnose, genetische Abklärung (IL36RN-Mutationen) und Umstellung auf Biologika wie Adalimumab sind entscheidend. Weitere Forschung zu PDE4-Inhibitor-assoziierten paradoxen Reaktionen und prädisponierenden Faktoren ist notwendig.

doi: 10.1097/CM9.0000000000000795

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