Secukinumab bei ankylosierender Spondylitis: Ergebnisse der MEASURE 5-Studie

Secukinumab bewirkt eine signifikante und anhaltende Verbesserung der Anzeichen und Symptome der ankylosierenden Spondylitis: Ergebnisse der 52-wöchigen, China-zentrierten Phase-III-Studie MEASURE 5

Einleitung

Die ankylosierende Spondylitis (AS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung mit axialer Entzündung, strukturellen Schäden an Iliosakralgelenken und Wirbelsäule sowie eingeschränkter Lebensqualität. Obwohl Tumornekrosefaktor-Inhibitoren (TNFi) First-Line-Biologika darstellen, zeigen bis zu 40% der Patienten unzureichende Ansprechraten oder Unverträglichkeiten. Secukinumab, ein monoklonaler Antikörper gegen Interleukin-17A (IL-17A), hat in globalen Phase-III-Studien (MEASURE 1 und 2) langfristige Wirksamkeit bei AS gezeigt. Die MEASURE-5-Studie evaluierte Wirksamkeit und Sicherheit von Secukinumab 150 mg in einer China-zentrierten Population über 52 Wochen.

Studiendesign und Methodik

MEASURE 5 war eine randomisierte, placebokontrollierte, multizentrische Phase-III-Studie an 44 Zentren in China, Tschechien, Südkorea und dem Vereinigten Königreich. Eingeschlossen wurden Erwachsene mit aktiver AS (BASDAI ≥4, spinaler Schmerz ≥40 mm auf einer 100-mm-VAS) und unzureichendem Ansprechen auf ≥2 NSAIDs. Die Randomisierung erfolgte im Verhältnis 2:1 (Secukinumab 150 mg vs. Placebo), stratifiziert nach Region (China vs. Nicht-China). Das Dosierungsschema umfasste wöchentliche Injektionen für 5 Wochen, gefolgt von 4-wöchiger Gabe bis Woche 48. Placebo-Patienten wechselten ab Woche 16 zu Secukinumab.

Der primäre Endpunkt war der Anteil der Patienten mit ASAS20-Ansprechen bis Woche 16. Sekundäre Endpunkte umfassten ASAS40, hsCRP-Veränderungen, BASDAI, SF-36 Physical Component Summary (PCS), ASQoL und ASAS-partielle Remission. Explorative Endpunkte beinhalteten ASDAS-CRP inaktive Erkrankung und MASES-Scores. Sicherheitsbewertungen erfassten unerwünschte Ereignisse (AEs), schwere AEs (SAEs) und Laborparameter.

Patientencharakteristika

Von 563 gescreenten Patienten wurden 458 randomisiert (Secukinumab: 305; Placebo: 153). Die Kohorte bestand aus 327 (71,4%) chinesischen und 131 (28,6%) nicht-chinesischen Patienten. Die Baseline-Charakteristika waren ausgewogen: mittleres Alter 34,4 Jahre, 83,8% männlich, 80,6% asiatischer Herkunft, 21% TNFi-Non-Responder (TNFi-IR). Über 95% erreichten Woche 16, >90% Woche 52. Abbruchraten lagen bei 2,9% (Secukinumab) bzw. 4,7% (Placebo), meist aufgrund patienteneigener Entscheidungen.

Wirksamkeitsergebnisse

Ergebnisse nach 16 Wochen

Secukinumab zeigte signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo:

  • ASAS20: 58,4% vs. 36,6% (P < 0,0001; Odds Ratio [OR] 2,45).
  • ASAS40: 43,9% vs. 17,0% (P < 0,0001; OR 3,95).
  • hsCRP: Geometrisches Mittelverhältnis (Post-Baseline/Baseline) 0,39 vs. 1,05 (P < 0,0001).
  • BASDAI: LS-Mittelwertänderung −2,79 vs. −1,50 (P < 0,0001).
  • ASAS-partielle Remission: 16,7% vs. 6,5% (P < 0,01).

In der chinesischen Subgruppe blieben die Ergebnisse konsistent:

  • ASAS20: 56,0% vs. 38,5% (P < 0,01).
  • ASAS40: 41,7% vs. 16,5% (P < 0,0001).

Ergebnisse nach 52 Wochen

Anhaltende oder verbesserte Wirksamkeit bis Woche 52:

  • ASAS20: 76,1% (gesamt), 77,3% (chinesische Subgruppe).
  • ASAS40: 60,6% (gesamt), 60,5% (chinesische Subgruppe).
  • hsCRP: Anhaltende Reduktion (geometrisches Mittelverhältnis 0,36).
  • BASDAI: LS-Mittelwertänderung −3,63.
  • ASDAS-CRP inaktive Erkrankung: 27,2% (gesamt), 26,8% (chinesische Subgruppe).

Subgruppenanalyse nach TNFi-Vorerfahrung

Sowohl TNFi-naïve als auch TNFi-IR-Patienten zeigten robuste Ansprechraten:

  • ASAS20 TNFi-naïve: 58,3% vs. 36,9% (P < 0,001).
  • ASAS20 TNFi-IR: 58,5% vs. 35,5% (P < 0,05).
    Die ASAS40-Raten nach 52 Wochen (60,6%) übertrafen jene der MEASURE-1/2-Studien (49%–56%).

Sicherheitsprofil

Über 16 Wochen entsprach das Sicherheitsprofil früheren Studien:

  • Behandlungsbedingte AEs: 67,8% (Secukinumab) vs. 59,5% (Placebo). Häufige AEs umfassten Infektionen der oberen Atemwege (22,4%), Hyperlipidämie (5,6%) und Nasopharyngitis (5,3%).
  • SAEs: 3,3% (Secukinumab) vs. 2,0% (Placebo).
  • Infektionen: 1,3% schwere Infektionen (Secukinumab), keine Tuberkulose- oder Hepatitis-Reaktivierungen.

Über 52 Wochen (alle Secukinumab-exponierten Patienten):

  • AE-Rate (expositionsadjustiert): 80,4/100 Patientenjahre.
  • SAEs: 7,3%, hauptsächlich Infektionen (2,0%).
  • Bemerkenswerte Ereignisse: Zwei nicht-schwere Colitis-ulcerosa-Fälle (0,45%), zehn Uveitis-Fälle (2,2%; alle remittiert) und ein nicht-tödlicher lakunärer Infarkt.

Es traten keine Todesfälle, neutralisierenden Antikörper oder unerwarteten Sicherheitssignale auf.

Diskussion

MEASURE 5 bestätigte die Wirksamkeit und Sicherheit von Secukinumab in einer überwiegend chinesischen AS-Population, konsistent mit globalen Phase-III-Daten. Zentrale Erkenntnisse:

  1. Schneller Wirkungseintritt: Signifikante ASAS20/40-Verbesserungen bereits ab Woche 1–3.
  2. Anhaltende Effekte: Steigende Ansprechraten bis Woche 52, insbesondere bei ASAS40 (60,6%).
  3. TNFi-IR-Effektivität: Vergleichbare Wirksamkeit bei TNFi-naïven und TNFi-IR-Patienten.
  4. Sicherheitskonsistenz: Keine neuen Signale bei niedrigen Abbruchraten (2,2%).

Einschränkungen umfassen den hohen Anteil chinesischer Patienten (71,4%) und fehlende radiographische Endpunkte. Die 52-wöchige Dauer und große Stichprobe stärken jedoch die Validität.

Fazit

Secukinumab 150 mg führte zu rascher, signifikanter und anhaltender Symptomverbesserung bei AS, mit konsistentem Sicherheitsprofil in globalen und chinesischen Populationen. Die Ergebnisse unterstützen den Einsatz als First-Line-Biologikum oder Alternative zu TNFi.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000001099

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