Serumspiegel von Homocystein und zirkulierenden Antioxidantien im Zusammenhang mit der Herzfrequenzvariabilität bei Patienten mit instabiler Angina pectoris

Serumspiegel von Homocystein und zirkulierenden Antioxidantien im Zusammenhang mit der Herzfrequenzvariabilität bei Patienten mit instabiler Angina pectoris

Die instabile Angina pectoris (UAP) ist ein kritischer Zustand in der kardiovaskulären Medizin, charakterisiert durch unvorhersehbare Brustschmerzen, die in Ruhe oder bei minimaler Anstrengung auftreten können. Sie ist eine Manifestation des akuten Koronarsyndroms und mit einem hohen Risiko für Myokardinfarkt und plötzlichen Herztod verbunden. Eine autonome Dysfunktion, die ein Ungleichgewicht des sympathischen und parasympathischen Nervensystems umfasst, spielt eine entscheidende Rolle in der Pathogenese der UAP. Diese Dysfunktion kann zu einer Beeinträchtigung der Koronararterienfunktion, Koronarspasmen und erhöhter Myokardischämie führen, wodurch die Schwelle für Kammerflimmern gesenkt und das Risiko des plötzlichen Herztods erhöht wird.

Oxidativer Stress, definiert als übermäßige Produktion reaktiver Sauerstoffspezies (ROS), die die antioxidativen Abwehrkräfte des Körpers überfordern, steht in Verbindung mit der Entstehung und Progression kardiovaskulärer Erkrankungen. Obwohl der genaue Zusammenhang zwischen autonomer Dysfunktion und oxidativem Stress unklar bleibt, wird angenommen, dass oxidativer Stress über Mechanismen wie Exzitotoxizität, neuronalen Verlust und axonalen Schaden zu neurodegenerativen Erkrankungen beiträgt. Im Kontext kardiovaskulärer Erkrankungen wurde oxidativer Stress mit autonomer Dysfunktion assoziiert, insbesondere bei Diabetes und Hypertonie.

Die Herzfrequenzvariabilität (HRV) ist ein nicht-invasives Maß, das die Fluktuationen des autonomen Nervensystems widerspiegelt. Sie wird häufig zur Beurteilung der autonomen Funktion bei gesunden Personen und Patienten mit kardiovaskulären Störungen eingesetzt. Eine reduzierte HRV wurde mit erhöhtem oxidativem Stress bei hypertensiven und prähypertensiven Patienten in Verbindung gebracht. Der Zusammenhang zwischen HRV und zirkulierenden oxidativ-antioxidativen Substanzen bei Patienten mit instabiler Angina ist jedoch nicht ausreichend untersucht.

Diese Studie zielte darauf ab, die Korrelation zwischen HRV und zirkulierenden oxidativ-antioxidativen Substanzen, einschließlich Homocystein (Hcy), Albumin, Harnsäure und Bilirubin, bei Patienten mit instabiler Angina zu untersuchen. Es wurden 216 konsekutive chinesische Patienten eingeschlossen, die zwischen dem 1. Februar 2015 und dem 1. Mai 2017 im Affiliierten Krankenhaus der Shandong Universität für Traditionelle Chinesische Medizin mit der Diagnose einer instabilen Angina aufgenommen wurden. Die Diagnose erfolgte bei Vorliegen mindestens eines der folgenden Kriterien: Ruheangina länger als 20 Minuten, neu aufgetretene Angina mindestens der Klasse III nach der Canadian Cardiovascular Society innerhalb eines Monats oder eine Verschlechterung bestehender Angina bezüglich Häufigkeit, Dauer oder Schwellenwert. Ausgeschlossen wurden Patienten mit hämodynamisch instabilen Herzklappenerkrankungen, kürzlichem Myokardinfarkt, Vorhofflimmern, schweren Herzleitungsstörungen, akuter Herzinsuffizienz, Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, Gicht, schweren Atemwegserkrankungen, malignen Tumoren, Bindegewebserkrankungen, kürzlicher Operation oder Infektionskrankheiten. Letztlich wurden 190 Patienten in die Studie eingeschlossen.

Es wurden demografische, biochemische und HRV-Daten aus den Krankenakten erhoben. Die HRV wurde anhand der Standardabweichung aller NN-Intervalle (SDNN) bewertet, wobei Patienten basierend auf einem Cut-off von 100 ms in zwei Gruppen eingeteilt wurden: supprimierte HRV (SDNN <100 ms) und normale HRV (SDNN ≥100 ms). Die klinischen Charakteristika der Gruppen wurden mittels t-Test für kontinuierliche Variablen und Chi-Quadrat-Tests für kategorische Variablen verglichen. Univariate Korrelationsanalysen wurden mit Pearson- oder Spearman-Tests durchgeführt, und multivariate lineare Regressionsanalysen identifizierten Assoziationen zwischen HRV-Parametern und Serumspiegeln von Hcy sowie Antioxidantien. Eine binär-logistische Regressionsanalyse ermittelte unabhängige Prädiktoren für supprimierte HRV.

Patienten mit supprimierter HRV waren signifikant älter und hatten höhere Herzfrequenzen sowie niedrigere HDL-Cholesterin-, Albumin- und direkte Bilirubinspiegel. Zudem zeigten sie erhöhte HbA1c-, Kreatinin-, Harnstoff-, Harnsäure- und Hcy-Spiegel sowie eine höhere Prävalenz chronischer Herzinsuffizienz. Univariate Analysen ergaben positive Korrelationen zwischen SDNN und Albumin sowie negative Korrelationen mit Hcy. RMSSD (Quadratwurzel der mittleren quadratischen Differenzen benachbarter NN-Intervalle) korrelierte positiv mit Albumin und direktem Bilirubin. Ln LF (niedrige Frequenz) zeigte ähnliche Zusammenhänge.

Multivariate Analysen bestätigten, dass SDNN positiv mit Albumin und negativ mit Hcy assoziiert war, während RMSSD mit HDL-C, direktem Bilirubin und Albumin korrelierte. Die logistische Regression identifizierte vermindertes Albumin, erhöhtes Hcy und HbA1c als unabhängige Prädiktoren einer supprimierten HRV.

Homocystein, ein demethyliertes Metabolit von Methionin, verstärkt Neurotoxizität durch oxidativen Stress. Erhöhte Hcy-Spiegel wurden mit autonomer Neuropathie in Verbindung gebracht, und diese Studie zeigt eine inverse Korrelation mit SDNN. Albumin, ein Schlüsselmolekül im antioxidativen Schutz, war positiv mit HRV-Parametern assoziiert. Bilirubin, ein endogenes Antioxidans, zeigte positive Zusammenhänge mit parasympathischer Aktivität, wobei exzessiv hohe Spiegel jedoch neurotoxisch wirken können.

Zusammenfassend unterstreicht diese Studie die Bedeutung von oxidativem Stress und autonomer Dysfunktion bei instabiler Angina. Vermindertes Albumin, erhöhtes Hcy und HbA1c sind unabhängige Prädiktoren einer supprimierten HRV, was deren Nutzen als Biomarker für die Diagnose autonomer Neuropathien bei UAP-Patienten nahelegt.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000007

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