Trends in der Kaiserschnittrate in Peking und Gründe für die Schwankungen
Der Kaiserschnitt (KS) ist ein chirurgischer Eingriff zur Behandlung von Dystokie und schweren schwangerschaftsbedingten Komplikationen. Er ist jedoch mit Risiken wie verlängerter Erholungszeit, Uterusruptur und Placenta praevia in späteren Schwangerschaften verbunden. Der weltweite Anstieg der Kaiserschnittraten (KSR) hat internationale Aufmerksamkeit erregt. In China stieg die KSR seit den 1980er-Jahren und erreichte 2011 54,47%. Diese Studie untersucht die Entwicklung der KSR und deren Ursachen in Peking zwischen 2012 und 2017, um Strategien zur Senkung der KSR zu unterstützen.
Methodik
Eingeschlossen wurden Entbindungen ab der 28. Schwangerschaftswoche in 28 Krankenhäusern Pekings (17 tertiäre, 11 sekundäre Einrichtungen) mit monatlich ≥200 Entbindungen und kontinuierlicher Datenerfassung. Von 747.918 Frauen erfüllten 733.920 die Einschlusskriterien. Medizinische Daten wurden unter Berücksichtigung von sechs Komplikationskategorien analysiert: (1) Uterusnarbe, (2) Mehrlingsschwangerschaft, (3) Kindslageanomalie, (4) Dystokie, (5) fetale Belastung und (6) Schwangerschaftskomplikationen. Mehrfachdiagnosen wurden hierarchisch priorisiert. Die Datenauswertung erfolgte mittels R, SPSS 20.0 und Joinpoint-Regressionsmodellen.
Ergebnisse
Die KSR sank von 47,0 % (2012) auf 41,9 % (2017) (AAPC: -2,9 %). Die altersadjustierte KSR sank stärker (AAPC: -4,6 %). Gründe für die Veränderung:
- Uterusnarbe: Die Inzidenz stieg um 26,2 % (AAPC), bei konstanter KSR von 96,2 %. Dies trug +252,9 % zur Gesamtveränderung bei.
- Fehlende medizinische Indikation: Die KSR sank von 11,3 % auf 4,1 % (-141,2 % Beitrag).
- Dystokie: Die KSR halbierte sich (von 13,4 % auf 6,8 %; -129,4 % Beitrag), begleitet von mehr assistierten vaginalen Entbindungen.
- Fetale Belastung: KSR sank von 6,3 % auf 3,7 % (-51,0 % Beitrag) durch präzisere Diagnostik.
- Mütterliches Alter: Der Anteil der Mütter ≥35 Jahre stieg von 9,2 % auf 23,7 % und erklärte 76,5 % des KSR-Anstiegs.
Schlussfolgerungen
Der KSR-Rückgang ist auf reduzierte Eingriffe ohne Indikation, verbesserte Dystokie- und fetale Belastungsdiagnostik zurückzuführen. Die steigende Prävalenz von Uterusnarben und das höhere mütterliche Alter bremsten diesen Trend. Maßnahmen wie vaginale Entbindungen nach vorangegangenem KS (VBAC) und optimiertes Management älterer Schwangerer könnten die KSR weiter senken. Eine umfassende Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit ist jedoch prioritär gegenüber reiner KSR-Reduktion.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000002177