Unterschiede der ultraschallgestützten Enthesitis zwischen Patienten mit nicht-röntgenographischer axialer Spondyloarthritis und ankylosierender Spondylitis

Unterschiede der ultraschallgestützten Enthesitis zwischen Patienten mit nicht-röntgenographischer axialer Spondyloarthritis und ankylosierender Spondylitis

Die Spondyloarthritis (SpA) ist ein Oberbegriff für eine Gruppe entzündlich-rheumatischer Erkrankungen mit heterogenen klinischen Manifestationen und charakteristischen bildgebenden Merkmalen. Enthesitis, die Entzündung der Enthesen (Ansatzstellen von Sehnen oder Bändern am Knochen), gilt als Schlüsselmerkmal der SpA. Obwohl klinisch relevant, bleibt die Enthesitis mittels konventioneller Methoden schwer erfassbar. Moderne Bildgebungsverfahren wie die Ganzkörper-Magnetresonanztomographie (MRT) und der Ultraschall (US) haben sich als wertvolle Instrumente zur Erfassung der Enthesitis etabliert. Der Ultraschall bietet hierbei Vorteile wie Echtzeitdarstellung und Kosteneffizienz. Unterschiede in der ultraschallgestützten Enthesitis zwischen Patienten mit nicht-röntgenographischer axialer SpA (nr-axSpA) und der röntgenographischen Form, der ankylosierenden Spondylitis (AS), sind jedoch kaum untersucht. Diese Studie verglich Prävalenz und Schweregrad der Enthesitis zwischen diesen Gruppen.

Die Studie wurde an der Rheumatologie und Immunologie des Ersten Affilierten Krankenhauses der Medizinischen Universität Hainan durchgeführt und von der Ethikkommission genehmigt. Alle Teilnehmer gaben eine schriftliche Einwilligung. Eingeschlossen wurden 104 SpA-Patienten (29 mit nr-axSpA, 75 mit AS) und 30 Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) als Kontrollen. Die SpA-Patienten erfüllten die ASAS-Kriterien (2009). Erhoben wurden demografische und klinische Daten, inklusive Geschlecht, Alter, Body-Mass-Index (BMI), HLA-B27-Status, Krankheitsdauer, Begleitsymptome (periphere Arthritis, Daktylitis, Uveitis) sowie Krankheitsaktivität (BASDAI, ASDAS-CRP) und Funktionsstatus (BASFI).

Die Ultraschalluntersuchungen erfolgten mittels eines Mindray M58-Geräts (7–18 MHz-Linearschallkopf). Sechs Enthesen wurden bilateral mittels Power-Doppler (PDUS) evaluiert: lateraler Epicondylus des Ellenbogens, proximaler/distaler Patellapol, Tibiatuberositas, Achillessehne und plantare Faszie. Enthesitis wurde nach OMERACT-Kriterien definiert: hypoechogene/verdickte Sehnenansätze innerhalb von 2 mm des Knochenkortex, ggf. mit Doppler-Signal, Erosionen oder Enthesophyten/Kalzifikationen. Jede Läsion (Verdickung, Hypoechogenität, Doppler-Signal, Erosion, Kalzifikation) wurde binär (0/1) bewertet. Zwei erfahrene Untersucher führten die Auswertung verblindet durch.

Die nr-axSpA-Patienten waren häufiger weiblich (Geschlechterverhältnis AS: 86,7% männlich vs. nr-axSpA: 55,2% weiblich), jünger (Medianalter 32 vs. 39 Jahre) und hatten eine kürzere Symptomdauer (4,5 vs. 8,2 Jahre) als AS-Patienten. Die Krankheitsaktivität (BASDAI: 5,2 vs. 4,1; ASDAS-CRP: 3,3 vs. 2,8) war in der nr-axSpA-Gruppe höher, während periphere Arthritis seltener auftrat (20,7% vs. 45,3%). Die Prävalenz von Ultraschall-Enthesitis lag bei 51,5% (nr-axSpA), 78,7% (AS) und 26,7% (RA). Die Enthesitis-Scores (Median [Range]) betrugen 2 [0–7] (nr-axSpA), 11 [5–16] (AS) und 0 [0–0] (RA). Die Enthesitis korrelierte signifikant mit ASDAS, ESR und CRP (Spearman-Rang-Korrelation: r = 0,62–0,71). In der multivariaten Analyse waren ESR (OR: 0,856) und CRP (OR: 1,794) unabhängige Risikofaktoren für Enthesitis bei AS.

Zusammenfassend zeigt diese Studie, dass ultraschallgestützte Enthesitis bei SpA häufig ist, jedoch zwischen nr-axSpA und AS signifikant differiert. Patienten mit nr-axSpA wiesen eine geringere Prävalenz und weniger schwere Enthesitis auf, waren häufiger weiblich und hatten eine kürzere Krankheitsdauer. Die Ergebnisse unterstreichen den Nutzen des Ultraschalls zur Enthesitis-Erfassung und bieten neue Einblicke in die klinisch-bildgebenden Unterschiede zwischen nr-axSpA und AS. Weitere Studien sind erforderlich, um die zugrundeliegenden Mechanismen und Therapieimplikationen zu klären.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000002084

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