Unterschiede in HIV-Inzidenz und Arzneimittelresistenz bei chinesischen MSM

Unterschiede in der Inzidenz des Humanen Immundefizienz-Virus und der Arzneimittelresistenz bei College-Studenten, nicht-studierenden Jugendlichen und älteren Männern, die Sex mit Männern haben: Eine Querschnittsstudie aus sieben Großstädten Chinas

Einleitung

Die HIV-Epidemie betrifft Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), global unverhältnismäßig stark. In China hat die HIV-Prävalenz unter College-studentischen MSM 5,0 % überschritten und steigt weiter. Diese Studie untersucht den Anteil neuer HIV-Infektionen, deren Treiber und Quellen unter College-studentischen MSM in China. Die Ergebnisse sind entscheidend, um die Dynamik der HIV-Übertragung zu verstehen und zielgerichtete Präventionsstrategien zu entwickeln.

Methoden

Eine multizentrische Querschnittsstudie wurde von Juni 2012 bis Juni 2013 in sieben chinesischen Großstädten (Shenyang, Nanjing, Shanghai, Ji’nan, Changsha, Zhengzhou und Kunming) durchgeführt. Es wurden 4496 MSM eingeschlossen: 565 College-studentische MSM, 1094 nicht-studierende jugendliche MSM (NSYM) und 2837 nicht-studierende nicht-jugendliche MSM (NSNYM). Die Rekrutierung erfolgte über Online-Plattformen, ortsbasierte Methoden und Peer-Empfehlungen.

Neuere HIV-Infektionen (≤168 Tage) und Inzidenzen wurden mittels BED-HIV-1-Capture-Enzymimmunoassay (BED-CEIA) geschätzt. HIV-bezogene Verhaltensweisen und übertragene Arzneimittelresistenz (TDR) wurden durch strukturierte Befragungen und Resistenzanalysen untersucht. Demografische Daten, Sexualverhalten und Freizeitdrogenkonsum wurden erfasst.

Ergebnisse

Der Anteil neuer HIV-Infektionen war bei College-studentischen MSM am höchsten (70,3 %), gefolgt von NSYM (50,8 %) und NSNYM (35,1 %). Die HIV-Inzidenzraten betrugen 10,0, 12,9 bzw. 6,8 pro 100 Personenjahre (PY). Die TDR-Prävalenz lag bei 7,4 % (College-MSMs), 2,0 % (NSYM) und 4,9 % (NSNYM).

College-MSMs nutzten häufiger Internetplattformen zur Partnersuche (80,5 % vs. 71,4 % bei NSYM und 64,1 % bei NSNYM). Sie hatten häufiger ersten Analverkehr vor dem 18. Lebensjahr (44,6 %) und berichteten Analblutungen im letzten Jahr (22,3 %). Ungeschützter Analverkehr (CAI) war in allen Gruppen ähnlich (29,6 % vs. 28,2 % vs. 27,4 %).

Die HIV-Prävalenz betrug 6,5 % (College-MSMs), 11,7 % (NSYM) und 9,8 % (NSNYM). Die Syphilis-Prävalenz lag bei 4,1 %, 8,7 % bzw. 9,3 %.

Bei College-MSMs nahm der Anteil neuer Infektionen mit dem Alter ab: 91,0 % der unter 21-Jährigen vs. 71,4 % (21–23 Jahre) und 50,0 % (24–30 Jahre).

Risikofaktoren für neue Infektionen umfassten Freizeitdrogenkonsum bei College-MSMs (adjustierte Odds Ratio [aOR]: 2,5; 95 %-KI: 1,0–5,8), selbstberichtete STI-Symptome bei NSYM (aOR: 2,3; 1,1–5,2) und >2 Sexualpartner bei NSNYM (aOR: 1,7; 1,1–2,5).

Diskussion

Die Studie zeigt eine höhere Rate neuer HIV-Infektionen und TDR bei College-MSMs im Vergleich zu anderen MSM-Gruppen. Dies deutet darauf hin, dass Serokonversionen häufiger in frühen Studienjahren auftreten, was frühzeitige Aufklärung und Prävention erfordert.

Die HIV-Inzidenz bei College-MSMs (10,0/100 PY) übersteigt Raten junger MSM in den USA und der allgemeinen MSM-Bevölkerung Chinas. Freizeitdrogenkonsum (insbesondere „Rush Poppers“) und Syphilis-Infektionen waren signifikant mit Neuinfektionen assoziiert.

Die erhöhte TDR bei College-MSMs weist auf potenzielle Herausforderungen in der antiretroviralen Therapie (ART) hin. Eine TDR-Testung vor ART-Einleitung wird empfohlen, um Therapieregime zu optimieren.

Zusammenfassung

Diese Studie unterstreicht die Notwendigkeit zielgruppenspezifischer Präventionsstrategien für College-MSMs, darunter sexualpädagogische Frühinterventionen, HIV/STI-Testung und Maßnahmen gegen Freizeitdrogenkonsum. Die Integration von TDR-Testungen in klinische Routinen könnte die Behandlungsergebnisse verbessern.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000001161

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