Vergleichende Analyse des endoskopisch endonasalen und pterionalen Zugangs zur Clipping-Behandlung von Aneurysmen der Arteria communicans anterior anhand dreidimensional gedruckter Modelle
Aneurysmen der Arteria communicans anterior (ACoA) stellen den größten Anteil intrakranieller Aneurysmen dar und neigen am stärksten zur Ruptur. Die primären Behandlungsmethoden umfassen die endovaskuläre Embolisation und das chirurgische Clipping via Kraniotomie. Obwohl die endovaskuläre Therapie in den letzten zwei Jahrzehnten aufgrund technologischer Fortschritte bevorzugt wurde, erfordern einige Aneurysmen weiterhin das traditionelle Clipping. Mit der Entwicklung endoskopischer transsphenoidaler Techniken wird zunehmend der endoskopisch endonasale Zugang (EEA) zur Behandlung ventral gelegener Aneurysmen des Circulus Willisii evaluiert. Bisherige Fallberichte sind jedoch limitiert, und weitere anatomische Studien sind notwendig.
Dreidimensionale (3D)-Drucktechnologien bieten präzise Modelle für präoperative Planung und Training. Diese Studie verglich den EEA mit dem konventionellen pterionalen Zugang (PA) anhand 3D-gedruckter Schädelbasismodelle von Patienten mit unrupturierten ACoA-Aneurysmen.
Methodik
Die Studie wurde von der institutionellen Ethikkommission genehmigt und folgte der Deklaration von Helsinki. Eingeschlossen wurden Patienten >18 Jahre mit unrupturierten ACoA-Aneurysmen (Beobachtungszeitraum: Juli–Dezember 2019). Ausschlusskriterien umfassten multiple Aneurysmen, Ruptur oder begleitende intrakranielle Pathologien. Von 35 Patienten (Altersdurchschnitt: 59,7 Jahre; 37,1 % weiblich) wurden 3D-Modelle erstellt. Die Aneurysmen-Größenverteilung war: klein (2–5 mm) 42,9 %, mittel (5–10 mm) 45,7 %, groß (>10 mm) 11,4 %. Die Mehrheit (91,4 %) wies einen breiten Hals auf.
Ergebnisse
Die Expositionsrate des Aneurysmenhalses im EEA variierte signifikant mit der Größe: klein (73,3 %), mittel (56,3 %), groß (25,0 %; p <0,05). Die Clipping-Erfolgsrate war bei kleinen Aneurysmen (86,7 %) und lateral projizierenden Aneurysmen (91,7 %) am höchsten. Der PA zeigte größere chirurgische Freiheit (horizontal/vertikal) und längere Exposition der ipsilateralen A1- und A2-Segmente (p <0,05). Die Expositionsrate des Aneurysmenhalses ohne Instrumentenhilfe unterschied sich nicht zwischen EEA und PA.
Für kleine und mittlere Aneurysmen mit anteriorer, superiorer, inferiorer oder lateraler Projektion erreichte der EEA vergleichbare Erfolgsraten wie der PA. Bei großen oder posterior projizierenden Aneurysmen war der PA jedoch überlegen (p <0,05). Die horizontale Position der bilateralen A2-Segmente begünstigte den EEA.
Diskussion
Der EEA ist eine machbare Alternative zum PA bei selektierten Aneurysmen, insbesondere kleinen bis mittleren mit bestimmten Projektionsrichtungen. Die limitierte chirurgische Freiheit des EEA erfordert jedoch Vorsicht bei großen oder posterior gerichteten Aneurysmen. 3D-Modelle bieten zwar keine vollständige klinische Simulation, ermöglichen jedoch präoperatives Training und planerische Optimierung.
Schlussfolgerung
Diese Studie unterstreicht das Potenzial des EEA in spezifischen Fällen, betont jedoch die Notwendigkeit weiterer klinischer Studien zur Validierung der Langzeitergebnisse und technischen Verfeinerung.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001593