Was ist ein effektiver Trainingsmodus für kardiopulmonale Reanimation?
Außerhalb von Kliniken auftretende Herzstillstände (OHCA) stellen eine erhebliche Bedrohung der öffentlichen Gesundheit dar, mit einer jährlichen Inzidenz von etwa 55 pro 100.000 in Nordamerika und 59 pro 100.000 in Asien. Die Erfolgsrate der Reanimation bei Herzstillstandspatienten ist von entscheidender Bedeutung. Sowohl die American Heart Association (AHA) als auch der European Resuscitation Council haben Leitlinien zur kardiopulmonalen Reanimation (CPR) entwickelt und aktualisiert, um dieser Herausforderung zu begegnen. In China wurden ebenfalls Anstrengungen unternommen, um durch die Integration internationaler Best Practices und lokaler Gegebenheiten die Reanimationserfolge zu verbessern. Dieser Artikel untersucht die Effektivität von CPR-Trainingsmodi, mit Fokus auf die Erfahrungen der Chinesischen Allianz für Notfallmedizin in Kreisklinken (CCHEA).
Die CCHEA, geleitet vom Chinese Journal of Emergency Medicine und der Notfallmedizin-Abteilung der Chinesischen Medizinischen Gesellschaft, umfasst fast 3.000 Mitgliedseinrichtungen. Ein Hauptziel ist die Verbesserung der CPR-Schulungen für Notfallpersonal in Kreisklinken. Nach zweijähriger Schulungstätigkeit zeigte sich, dass die CPR-Fertigkeiten des Personals ungleichmäßig ausgeprägt und für die tägliche Versorgung von Herzstillstandspatienten unzureichend waren. Als Gegenmaßnahme implementierte die CCHEA ein Feedback-gestütztes Schulungskonzept in über 100 Trainingssitzungen, um die CPR-Techniken zu standardisieren.
Während des 6. Asien-Pazifik-Notfallmedizinforums in Haikou (23. April 2021) organisierte die CCHEA in Zusammenarbeit mit YuWell (China) und Pumeikang (Deutschland) eine vierstündige CPR-Schulung. Sechs AHA-zertifizierte Basic-Life-Support-(BLS)-Instruktoren führten die Schulung durch, unterstützt durch Geräte wie SimMan BLS (Laerdal, Norwegen), Primedic AED (Metrax GmbH, Deutschland) und das CPR-Feedbackgerät PalmCPR (SunLife Science, China). Die Umgebungsbedingungen waren optimal (Temperatur: 25°C, Luftfeuchtigkeit: 70%). Alle Teilnehmer waren medizinisches Fachpersonal.
Zur Bewertung der Schulungseffektivität wurde ein Vorher-Nachher-Test der Thoraxkompressionsqualität mittels PalmCPR (Feedback deaktiviert) durchgeführt. Die Ergebnisse waren enttäuschend: In der ersten Testrunde (37 Teilnehmer) betrug die Einhaltungsrate der Kompressionsgeschwindigkeit 18,3% und der Kompressionstiefe 45,9%. In der zweiten Runde (28 Teilnehmer) verbesserten sich diese Werte nur marginal auf 30,6% (Geschwindigkeit) und 42,8% (Tiefe).
Eine vertiefte Analyse der 25 vollständig geschulten Teilnehmer ergab lediglich signifikante Verbesserungen bei der Kompressionsgenauigkeit (13,5% vs. 30,1%) und der Frequenzeinhaltung (43,3% vs. 85,4%). Die vollständige Thoraxrückstellung verbesserte sich leicht (80,8% vs. 84,9%), während die Kompressionstiefe unverändert blieb (42,2% vs. 43,4%).
Die Schulungsdaten der CCHEA sind auf der Alibaba-Cloud gespeichert, wurden jedoch aufgrund der heterogenen Ergebnisse bisher nicht zusammengefasst. Sie sollen als Baseline für zukünftige Vergleiche dienen.
Diese Studie unterstreicht die Diskrepanz zwischen theoretischen Schulungsstandards und praktischer Umsetzung. Trotz AHA-konformer Schulung durch zertifizierte Instruktoren (Lehrer-Schüler-Verhältnis 1:6) lag die korrekte CPR-Kompressionstrate nach dem Training nur bei 30,1%. Besorgniserregend ist, dass es sich bei den Teilnehmern um erfahrenes Notfallpersonal handelte, das auch Laien schulen soll.
Die AHA-Leitlinien betonen seit 2015 den Einsatz von CPR-Feedbackgeräten, was durch diese Studie unterstützt wird. Die 2021er Leitlinien empfehlen deren klinischen Einsatz zusätzlich. In dieser Schulung zeigte der Wechsel von Feedback-gestützten zu Feedback-freien Assessments jedoch keine zufriedenstellende Wirkung. Dies legt nahe, dass Feedback-Tools sowohl im Training als auch in der klinischen Praxis stärker integriert werden müssen, um die CPR-Qualität zu steigern.
Zusammenfassend zeigt die Studie, dass aktuelle CPR-Trainingsmethoden zwar Teilaspekte verbessern, jedoch keine umfassende Kompetenzsteigerung bewirken – insbesondere bei der Kompressionstiefe. Die Integration von Feedback-Systemen könnte hier Abhilfe schaffen, doch bedarf es weiterer Forschung zur Entwicklung effizienter Trainingsmodelle. Das übergeordnete Ziel bleibt, die CPR-Qualität bei medizinischem Personal und Laien zu erhöhen, um die Überlebenschancen von Herzstillstandspatienten nachhaltig zu verbessern.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001946