Wirksamkeit und Sicherheit von Single Microneedle Radiofrequenz im Vergleich zur photodynamischen Therapie bei mittelschwerer bis schwerer Acne vulgaris: eine prospektive, randomisierte, kontrollierte Studie
Acne vulgaris ist eine häufige Hauterkrankung, die erhebliche physische und psychosoziale Auswirkungen hat. Obwohl die photodynamische Therapie (PDT) zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer Akne eingesetzt wird, haben ihre Nebenwirkungen die Suche nach alternativen Therapien mit geringeren Risiken beschleunigt. Die Radiofrequenztherapie (MRF) hat sich in jüngster Zeit als vielversprechende Option erwiesen. Diese Studie verglich prospektiv und randomisiert die Wirksamkeit und Sicherheit von MRF mit PDT bei mittelschwerer bis schwerer Acne vulgaris.
Die Studie wurde von der Ethikkommission des Xiangya-Krankenhauses der Central South University genehmigt und im chinesischen Studienregister registriert. Eingeschlossen wurden 80 Patienten mit Fitzpatrick-Hauttypen III–IV und mittelschwerer bis schwerer Akne (IGA-Score 3 oder 4). Ausschlusskriterien umfassten Photosensibilität, kürzliche dermatologische Behandlungen oder Schwangerschaft. Die Randomisierung erfolgte mittels SPSS-generierter Zufallstabelle in MRF- (n=40) oder PDT-Gruppe (n=40).
MRF-Protokoll: Eine 3,5 mm lange Mikronadel wurde in die Follikelporen eingeführt (60–70° Winkel) und Hochfrequenzstrom (6–8 W, 0,25–0,60 Sekunden pro Läsion) appliziert. Die Behandlungsdauer betrug ca. 45 Minuten.
PDT-Protokoll: 5 % Aminolävulinsäure (ALA) wurde 90 Minuten okklusiv aufgetragen und mit 633 nm-LED-Licht (100 mW/cm², 90 J/cm²) bestrahht. Beide Gruppen erhielten drei Sitzungen im Abstand von zwei Wochen mit 12-wöchiger Nachbeobachtung.
Blinde Bewertungen durch Dermatologen ergaben:
- Entzündliche Läsionen: MRF zeigte nach der dritten Sitzung eine höhere Reduktion als PDT (81 % vs. 73 %, p <0,05). Ein signifikanter Effekt trat bereits nach der ersten MRF-Sitzung ein, während PDT initial teilweise Akne-Schübe auslöste.
- Nicht-entzündliche Läsionen: MRF führte ab der zweiten Sitzung zu stärkerer Reduktion (55 % vs. 44 %, p <0,05), wobei die Endresultate zwischen den Gruppen vergleichbar waren.
- IGA-Erfolgsrate: MRF war zu allen Zeitpunkten überlegen, mit maximaler Differenz nach der dritten Sitzung (25 %).
- Nebenwirkungen: Die MRF-Gruppe berichtete signifikant weniger Schmerzen (VAS: 3,2 vs. 7,1), Erytheme, Ödeme und postinflammatorische Hyperpigmentierungen (10 % vs. 42 %). Transiente Akneiforme Eruptionen trten nur unter PDT auf (32 % vs. 0 %).
Histopathologische Analysen zeigten, dass MRF über thermische Schädigung der Talgdrüsen und mechanische Destruktion hyperkeratotischer Pfropfen wirkt. Im Gegensatz zur PDT induziert MRF keine photosensibilisierenden Effekte, ermöglicht kürzere Regenerationszeiten und verbessert zusätzlich Aknenarben durch Kollagenremodellierung.
Schlussfolgerung: Beide Therapien erreichten vergleichbare Langzeitergebnisse, jedoch zeigte MRF schnellere Wirksamkeit, höhere Patientenzufriedenheit und ein günstigeres Nebenwirkungsprofil. Insbesondere für Patienten mit hohem Nebenwirkungsrisiko unter PDT stellt MRF eine sichere und effiziente Alternative dar.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000002911