Zwei Faktoren, die die Erfolgsrate des zweiten nicht-invasiven Pränataltests nach einem initialen „No-Call“-Ergebnis beeinflussen: Erfahrungen eines einzelnen tertiären Zentrums in China

Zwei Faktoren, die die Erfolgsrate des zweiten nicht-invasiven Pränataltests nach einem initialen „No-Call“-Ergebnis beeinflussen: Erfahrungen eines einzelnen tertiären Zentrums in China

Nicht-invasive Pränataltests (NIPT), basierend auf der Sequenzierung zellfreier DNA (cfDNA), haben sich in den letzten zehn Jahren als weitverbreitete Methode zum Screening fetaler Aneuploidien etabliert. Im Vergleich zu traditionellen Screeningmethoden, die auf serumbiochemischen Analysen und fetalen Nackentransparenzmessungen beruhen, bietet der NIPT eine signifikant niedrigere falsch-positive Rate und einen höheren positiven prädiktiven Wert. Dies hat zu einer Reduktion unnötiger invasiver Eingriffe geführt, wodurch NIPT zur bevorzugten Wahl für viele Gesundheitsdienstleister und Schwangere wurde. Ein unvermeidbarer Nachteil des NIPT ist jedoch das Auftreten nicht interpretierbarer oder „No-Call“-Ergebnisse, die hauptsächlich durch einen unzureichenden fetalen DNA-Anteil verursacht werden. Diese Studie untersucht Faktoren, die mit dem Erfolg eines zweiten NIPT nach einem initialen No-Call-Ergebnis assoziiert sind, und bestimmt optimale Managementstrategien für betroffene Frauen.

Die retrospektive Analyse umfasste Daten von Frauen, die zwischen 2017 und 2019 am Frauenkrankenhaus der Nanjing Medical University (ein tertiäres Zentrum in China) einen NIPT durchführen ließen. Von 33.684 untersuchten Frauen erhielten 244 (0,72%) ein No-Call-Ergebnis. Davon waren 142 (0,42%) auf einen unzureichenden fetalen DNA-Anteil zurückzuführen, während die übrigen 102 (0,30%) andere Ursachen wie Probenentnahme-, Labor- oder Bioinformatikfehler hatten. Von den 142 Frauen mit unzureichendem fetalen DNA-Anteil willigten 137 (96,48%) in einen zweiten NIPT ein, deren Daten analysiert wurden.

Der Fokus lag auf dem Vergleich maternaler und schwangerschaftsbezogener Charakteristika zwischen Frauen mit erfolgreichem und erfolglosem Wiederholungstest. Von 137 Frauen erhielten 87 (63,50%) ein aussagekräftiges Ergebnis beim zweiten Test, während 50 (36,50%) erneut ein No-Call-Ergebnis aufgrund unzureichenden fetalen DNA-Anteils aufwiesen. Die Analyse identifizierte den initialen fetalen DNA-Anteil und den maternalen Body-Mass-Index (BMI) als signifikante Einflussfaktoren.

Der initiale fetale DNA-Anteil war bei erfolgreichen Wiederholungstests signifikant höher (3,13 % vs. 2,72 %). Zudem unterschied sich die Zunahme des fetalen DNA-Anteils zwischen erstem und zweitem Test deutlich (1,59 % vs. -0,10 %). Bei einem initialen fetalen DNA-Anteil unter 2,00 % war die Erfolgsrate des zweiten Tests nahezu null. Dies legt nahe, dass bei diesem Schwellenwert alternative diagnostische Methoden (z. B. invasive Tests) erwogen werden sollten.

Der maternale BMI zeigte eine inverse Korrelation mit der Erfolgsrate: Frauen mit erfolgreichem Wiederholungstest hatten einen signifikant niedrigeren BMI (25,39 kg/m² vs. 27,24 kg/m²). Die Erfolgsraten nach WHO-BMI-Kategorien waren: Normalgewicht (<25,00 kg/m²) 76,40 %, Übergewicht (25,00–29,99 kg/m²) 53,80 %, Adipositas (≥30,00 kg/m²) 56,70 %. Dies unterstützt frühere Befunde, die Adipositas mit einer reduzierten cfDNA-Konzentration aufgrund hämodilutiver Effekte in Verbindung bringen.

Faktoren wie maternales Alter, Gestationsalter bei der ersten Blutabnahme, Zeitintervall zwischen den Tests, Parität, Konzeptionsmethode oder Heparin-Anamnese zeigten keine signifikanten Unterschiede. Eine multivariate logistische Regressionsanalyse bestätigte den initialen fetalen DNA-Anteil als primären Prädiktor für den Testerfolg, während der BMI-Einfluss marginal war.

Zur weiteren Differenzierung wurden Frauen anhand des initialen fetalen DNA-Anteils in vier Gruppen eingeteilt: <2,00 %, 2,00–2,49 %, 2,50–2,99 %, ≥3,00 %. Die Erfolgsraten betrugen 0 %, 47,40 %, 56,10 % bzw. 80,90 %, was die kritische Rolle dieses Parameters unterstreicht.

Klinisch relevant ist, dass ein zweiter NIPT vor allem bei initialem fetalen DNA-Anteil >2,00 % und normalem BMI sinnvoll erscheint. Bei Werten <2,00 % sollten Alternativen priorisiert werden. Adipöse Frauen benötigen gezielte Aufklärung über Testlimitationen.

Zusammenfassend identifiziert diese Studie den initialen fetalen DNA-Anteil und maternalen BMI als Schlüsselfaktoren für den Erfolg eines zweiten NIPT nach No-Call-Ergebnis. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer risikostratifizierten Beratung, um unnötige Verfahren zu vermeiden und die Versorgungsqualität zu optimieren.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000001531

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